Bilanz
H&M klagt über höhere Kosten

Der Gewinn der schwedischen Modekette Hennes & Mauritz ist im abgelaufenen Geschäftsjahr schwächer gewachsen als erwartet. Die Rabattschlacht der Schweden hat deutliche Spuren in der Bilanz hinterlassen.
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StockholmDie schwedische Bekleidungskette H&M muss für ihre Kampfpreis-Strategie büßen. Trotz ermutigender Verkäufe, auch in Deutschland, blieb das am Donnerstag bekanntgegebene Quartalsergebnis deutlich unter den Erwartungen. Der weltweit zweitgrößte Mode-Einzelhändler steht gleich an mehreren Fronten unter Druck: Die Einkaufspreise - vor allem für Baumwolle - steigen. Auch die Kosten für die Bezahlung der Arbeiter in Asien und für den Transport der Ware ziehen an. Außerdem schmälert die starke Schwedische Krone den Wert der im Ausland erzielten Umsätze. Dennoch hält das Unternehmen anders als der Branchenprimus und Zara-Eigner Inditex die Preise niedrig. Um die eigenen Lager leer zu räumen, sieht sich H&M mitunter sogar zu größeren Rabattaktionen gezwungen.

Nach den Worten von Konzernchef Karl-Johan Persson hat H&M im zurückliegenden Geschäftsquartal seine Preise nicht angehoben. Als Ziel nannte Persson vielmehr eine zusätzliche Ausweitung der Produktpalette.

Im Ende Februar abgelaufenen ersten Geschäftsvierteljahr schaffte der Konzern nach fünf Quartalen mit Gewinnrückgängen in Folge zwar erstmals wieder einen Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Doch mit einem Vorsteuerergebnis von 3,7 Milliarden Schwedischen Kronen (417 Millionen Euro) verfehlte H&M krachend die Analysten-Schätzungen, die sich im Schnitt auf 4,2 Milliarden Kronen beliefen. Auch die Bruttogewinnspanne lag mit 55,8 Prozent erheblich unter den Experten-Prognosen.

Dabei kaufte die Kundschaft kräftig ein. Nach Angaben des Managements liefen die Geschäfte zum Jahresbeginn rund, und dieser Trend setzte sich im März fort. „Die Umsätze waren in den meisten Märkten gut und sogar besonders stark in großen Märkten wie den USA, Großbritannien, Deutschland und Frankreich, während die Umsätze in der Schweiz, Japan und Griechenland schwächer waren“, teilte das Unternehmen mit. Es kündigte zugleich die Eröffnung einer neuen Filial-Reihe für das kommende Jahr an, ohne Details zu nennen.

An der Börse in Stockholm zeigten sich die Anleger enttäuscht. Der H&M-Kurs rutschte fünf Prozent in den Keller.

Erzrivale Inditex, der neben Zara sieben weitere Marken betreibt, punktet mit einer anderen Strategie. Die Krise in Europa steckte der spanische Konzern durch seine Expansion in ferne Märkte - vor allem Asien - deutlich besser weg. Auch das Fertigungsmodell gilt als ein Erfolgsgarant. Demnach lässt Inditex seine Kleidung nicht nur wie üblich in Asien nähen, sondern setzt auch weiterhin auf Produktionen in Spanien, Portugal und Marokko. Dadurch kann das Unternehmen schneller auf Änderungen beim Kaufverhalten seiner Kunden sowie Materialkosten reagieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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