Bilanz
Lufthansa erfreut die Börse und warnt zugleich

Die Manager der Lufthansa haben für ihre Anleger eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Die Lufthansa konnte im Geschäftsjahr 2008 ein besseres Ergebnis vorlegen als erwartet. Die schlechte: Für 2009 rechnet das Management mit einem schwierigen Geschäftsjahr und hohen Risiken für die Geschäftsentwicklung.

FRANKFURT. Die Lufthansa hat gestern für Verwirrung bei den Investoren gesorgt. Der Konzern teilte mit, dass das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2008 rund 1,3 Mrd. Euro betragen wird und damit 200 Mio. Euro mehr als in Aussicht gestellt. Gleichzeitig warnte das Management aber vor einem schwierigen Jahr 2009. „Die weitere Geschäftsentwicklung ist zum jetzigen Zeitpunkt mit deutlich höheren als den sonst üblichen Risiken behaftet“, hieß es.

Die Informationen sorgten bei Anlegern für ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem die Lufthansa-Aktie zunächst um drei Prozent in den Keller gesaust war, erholte sich das Papier binnen weniger Minuten wieder und notierte zeitweise mit knapp sechs Prozent im Plus.

Tatsächlich gibt es mehrere Gründe für die Anhebung des Ergebnisziels. Zum einen hilft der gesunkene Treibstoffpreis. Zwar sichert sich die nach Air France-KLM zweitgrößte Airline in Europa langfristig gegen solche Preisschwankungen ab und profitiert damit von fallenden Notierungen erst mit Verzögerung. Da jedoch der Anteil des Hedgings nach dem dritten Quartal 2008 gesunken war, konnte Lufthansa bereits im vierten Quartal positive Effekte aus den niedrigeren Kerosinpreisen ziehen. Zum anderen profitiert Lufthansa von ihren anderen Sparten wie etwa Wartung oder IT, die traditionell später auf einen Abschwung reagieren.

Eine Aussage über den Geschäftsverlauf im Kerngeschäft lässt sich daraus aber nur begrenzt ableiten. Lufthansa selbst spricht vielmehr von „Erlösausfällen durch eine spürbar nachlassende Nachfrage“. Die scheint zu Jahresbeginn anzudauern. So berichtete der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) gestern von einer desolaten Entwicklung: „Im Moment sehen wir uns sowohl in der Fracht als auch in der Passage einem Nachfragerückgang im zweistelligen Prozentbereich gegenüber“, sagte BDF-Präsident Ralf Teckentrup. Allerdings hat sich Lufthansa besser geschlagen als die Rivalen Air France und BA.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%