"Bilanz nicht auf Kosten der Kunden verbessern"
Front gegen Bahnpreiserhöhungen wird breiter

Die geplante Preiserhöhung bei der Bahn stößt auf immer mehr Widerstand. Dabei gerät in den Bundesländern verstärkt eine mögliche Verteuerung im Nah- und Regionalverkehr ins Visier. Die Landesregierung müssen einen derartigen Schritt genehmigen. Die Deutsche Bahn wies unterdessen die Kritik an den beabsichtigten Preiserhöhungen im Fernverkehr zurück.

HB BERLIN. Der Verkehrsminister in Brandenburg, Frank Szymanski, sagte dem Berliner „Tagesspiegel“ (Samstag): „Wir sind gegen Fahrpreiserhöhungen. Wir wollen nicht, dass die Bahn ihre Bilanz auf Kosten der Kunden verbessert.“ Daneben stellt sich auch Nordrhein- Westfalen kategorisch gegen eine Preiserhöhung. Lothar Wittenberg, Sprecher des Verkehrsministeriums in NRW, sagte der Zeitung: „Eine Preisanhebung ist für uns nicht nachvollziehbar und wäre unbegründet. Wir werden einen Antrag ablehnen.“ Der baden-württembergische Umweltminister Stefan Mappus sagte: „Die Bahn müsste eine Fahrpreiserhöhung gut begründen.“ Einer Anhebung von rund vier Prozent wie beim letzten Mal werde das Land aber auf keinen Fall zustimmen.

Bayern machte die Bundesregierung für den Anstieg bei den Energiepreisen mitverantwortlich. Wenn die Kosten so stark steigen, „dann ist das ein Faktum, um das auch die Bahn nicht herumkommt“, sagte Reinhard Pfeiffer, Sprecher des bayerischen Verkehrsministeriums dem „Tagesspiegel“. Deshalb müsse man über das Thema Bahnpreiserhöhungen reden.

Karl-Friedrich Rausch, im Bahnvorstand zuständig für Personenverkehr, sagte der „Welt am Sonntag“: „Weniger als 20 Prozent unserer Kunden im Fernverkehr fahren zum Normalpreis. Der Rest zahle ermäßigte Preise oder besitze eine Bahncard. Die Preiserhöhungen wirkten sich deshalb sehr moderat aus.“

Am Freitag hatte die Deutsche Bahn bestätigt, dass sie sowohl die Preise im Nah- als auch im Fernverkehr anheben wird. Die Tickets für Fernverbindungen sollen ab 15. Dezember um durchschnittlich 3,5 Prozent steigen. Die Höhe der Anhebungen im Nahverkehr steht noch nicht fest. Als Grund wurden die extrem gestiegenen Energiekosten genannt.

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