Bilanz und Ausblick
Metro will im Ausland wachsen

Die Metro-Führung schwelgt in Superlativen. Denn das vergangene Jahr war das erfolgreichste seit fast einem Jahrzehnt. Selbst das Sorgenkind Real hat wieder Freude gemacht. In 2007 will der deutsche Handelsriese das Ergebnis noch toppen. Von der Heimat verspricht sich der Konzern allerdings nicht sehr viel.

HB DÜSSELDORF. „2006 war für uns das wachstumsstärkste Jahr seit 1998“, bilanzierte Konzernchef Hans-Joachim Körber auf der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch in Düsseldorf. Metro wolle die Aktionäre „angesichts der guten Geschäftsentwicklung und der erfolgreichen Platzierung der restlichen Praktiker-Anteile“ mit einer von 1,02 auf 1,12 Euro erhöhten Dividende je Stammaktie am Erfolg beteiligen.

Metro hatte nicht zuletzt dank eines florierenden Weihnachtsgeschäfts den Umsatz um 7,5 Prozent auf rund 60 Mrd. Euro gesteigert und das Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen von 1,75 auf 1,98 Mrd. Euro in die Höhe getrieben. Bereinigt um die Aufwendungen für die lange mit Verlusten kämpfende Supermarktkette Real stieg das Ebit um knapp 10 Prozent auf 1,91 Mrd. Euro. Der Überschuss aus den fortgeführten Aktivitäten verdoppelte sich fast von 501 auf 913 Mill. Euro. Der Konzern übertraf damit die Erwartungen von Analysten, die einen Überschuss von 863 Mill. Euro und ein Ebit von 1,94 Mrd. erwartet hatten.

Das Sorgenkind Real konnte Metro zurück in die Gewinnzone führen. Hier stand ein Ebit von 45 Mill. Euro in den Büchern – nach einem Minus von 12 Mill. im Jahr zuvor. Hier halfen Sondererträge in einer Höhe von 44 Mill. Euro. Die Kaufhof-Warenhäuser, die lange unter dem lahmenden Konsum in Deutschland litten, steigerten das Betriebsergebnis um 18,1 Prozent auf 82 Mill. Euro. Die Elektronikmärkte Media Markt/Saturn konnten beim Ebit um 15,2 Prozent auf 587 Mill. Euro zulegen. Bei den Cash&Carry-Märkten der Metro kletterte das Betriebsergebnis um 9,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro.

Wachstum im Ausland

Auch im laufenden Jahr rechnet die Metro mit einem guten Abschneiden. Das Unternehmen prognostiziert ein Umsatzplus zwischen 8 und 9 Prozent sowie eine Steigerung des Ebit von 6 bis 8 Prozent. Das Wachstum dürfte aber zumindest im Heimatmarkt der Übernahme der deutschen Wal-Mart-Geschäfte geschuldet werden. In 2006 waren die neuen Läden nur zwei Monate ins Ergebnis eingeflossen.

Um weiter zu expandieren, will der Konzern 2007 rund 2,5 Mrd. Euro investieren. Die Mittel sollen vor allem für das internationale Wachstum der Cash&Carry-Märkte und der Ketten Media Markt/Saturn eingesetzt werden. Metro setzt vor allem auf Wachstum im Ausland, um noch unabhängiger vom Heimatmarkt zu werden. Im vergangenen Jahr hatte die Metro den Konkurrenten Géant in Polen übernommen. In Deutschland sei 2007 angesichts von Steuererhöhungen ein Aufschwung im Handel nur dann zu erwarten, wenn Kaufkraft und Beschäftigung deutlich stiegen, betonte Konzernchef Körber.

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