Bilanzfälschung
Olympus will Manager auf Millionen verklagen

Der Olympus-Vorstand steht zum juristischen Abschuss bereit: Laut Insiderinformationen bereitet der Konzern eine Millionenklage vor. Ein Comeback des früheren Chefs erteilten die Anteilseigner zuletzt verhindert.
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TokioDie japanische Skandalfirma Olympus erwägt offenbar eine milliardenschwere Klage gegen amtierende und ehemalige Vorstandsmitglieder, darunter auch den neuen Präsidenten des Kameraherstellers. Der Konzern bereite eine Klage auf Schadenersatz von insgesamt 90 Milliarden Yen (940 Millionen Euro) vor, erfuhr die Agentur Reuters von einer mit dem Vorgang vertrauten Person.

Unterdessen erwäge Präsident Shuichi Takayama seinen Rücktritt, hieß es in den Kreisen weiter. Olympus teilte mit, den Inhalt einer möglichen Klage am Dienstag bekannt zu geben. Mögliche Rücktrittspläne des Präsidenten wollte die Firma nicht kommentieren.

Dem Insider zufolge droht sechs amtierenden Vorstandsmitgliedern eine Klage. Eine externe Untersuchungskommission sei zu dem Ergebnis gekommen, dass sie gegen ihre Treuhänderpflicht verstoßen hätten, weil sie zuließen, dass der ehemalige Vorsitzende Tsuyoshi Kikukawa zusammen mit anderen das Vermögen des Tradionskonzerns schmälerte.

Olympus hatte eingeräumt, in den vergangenen Jahren 1,3 Milliarden Euro falsch verbucht zu haben. Dabei wurden Verluste aus Wertpapiergeschäften als Kosten für Beratungen und Firmenzukäufe ausgewiesen.

Takayama hatte im Dezember bereits angekündigt, der gesamte Vorstand werde ausscheiden, sobald der Konzern wieder auf den Weg gebracht worden sei. Der größte Anteilseigner von Olympus, die Finanzgruppe Sumitomo Mitsui, unterstützte bislang den amtierenden Vorstand. Olympus werde voraussichtlich einen der drei Vorstände als Takayamas Nachfolger benennen, der dem Untersuchungsausschuss zufolge nicht an der Verschleierung des Betrugs beteiligt war, sagte der Insider weiter.

Der frühere Olympus-Chef, Michael Woodford, hatte zuletzt seine Ambitionen auf eine Rückkehr an die Spitze des Unternehmens aufgegeben. Die institutionellen japanischen Anteilseigner hätten ihn nicht unterstützt, begründete der Brite seine Entscheidung am Freitag. Woodford hatte die Affäre selbst ans Licht gebracht und wurde im Oktober gefeuert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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