Bilanzvorlage
Karstadt-Spitze will schneller sanieren

Der Handelsriese Karstadt-Quelle AG will bei der Sanierung aufs Tempo drücken. Interims-Chef und Finanzvorstand Harald Pinger kündigte bei der Vorstellung der Bilanz für 2004 "zusätzliche Maßnahmen" an, um den Umsatz zu erhöhen und die Neuausrichtung und Restrukturierung zu beschleunigen.

HB ESSEN. Das Profil der 89 großen Karstadt-Häuser solle "deutlich geschärft werden", so Pinger. Dafür werde ein neues Marketing-Konzept vorbereitet, das auf den Kundenkreis der "etablierten Mitte" ziele. Bei der Versandtochter Quelle solle die Eigenmarke stärker herausgestellt werden, um insbesondere den Absatz der "weißen Ware", also elektrischer Haushaltsgeräte, zu erhöhen. Personalvorstand Matthias Bellmann ergänzte, auch der Personalabbau solle beschleunigt werden. Der ursprünglich für einen Zeitraum von drei Jahren vorgesehene Abbau von 5700 Stellen werde nun bereits bis zum Jahresende "in großen Teilen vollzogen sein". Gerüchte über eine Zerschlagung des Konzerns bezeichnete Pinger als gegenstandslos

Die Trennung von Unternehmensteilen kommt nach den Worten Pingers voran. Für den Verkauf von 75 kleineren Warenhäusern sei ein Vertragsabschluss im dritten Quartal dieses Jahres vorgesehen. Derzeit erwarte man die Gebote. Für die Abgabe der Mode- und Sporthäuser Sinn Leffers, Wehmeyer, Runners Point und Golf House lägen mehrere Absichtserklärungen von Interessenten vor, die zurzeit Einblick in die Bücher nähmen. Bei Sinn Leffers rechne man ebenfalls einem Abschluss im dritten Quartal.

Minus geringer als erwartet

Pinger erklärte, vor allem wegen des Sanierungsprogramms sei Karstadt-Quelle 2004 tief ins Minus gerutscht. Der Verlust vor Steuern und Abschreibungen (Ebta) habe sich auf 1,63 Mrd. € belaufen nach einem Plus von 225 Mill. € im Vorjahr. Bereinigt um die Sanierungskosten habe der Ebta-Verlust bei 190,7 Mill. € gelegen. Analysten hatten hier mit einem Minus von 294 Mill. € gerechnet. Die Nettofinanzverbindlichkeiten verringerte KarstadtQuelle 2004 um 16 % auf 2,83 Mrd. € Damit habe man die eigene Planung übertroffen, sagte Pinger.

2005 erwartet der Konzern für das fortzuführende Geschäft einen Umsatzrückgang im kleinen bis mittleren einstelligen Prozentbereich, heißt es im Geschäftsbericht. Im ersten Quartal sei der Umsatz um 8,6 % zurückgegangen, allerdings bei vier Verkaufstagen weniger. Karstadt-Quelle rechne bereits in der zweiten Jahreshälfte mit sichtbaren Erfolgen aus der Neupositionierung der Warenhäuser und aus dem geänderten Sortiment im Versandhandel. Beim Ebitda rechnet das Unternehmen mit über 500 Mill. €. Dies entspricht einer leichten Verbesserung im Vergleich zu der im November abgegebenen Prognose.

Die angekündigte Anleihe will der Handelskonzern bis Ende Mai begeben. Das Volumen werde sich auf rund 300 Mill. € belaufen, sagte Pinger. Die Anleihe sei als "Sicherheitspolster" gedacht und werde von einem Dreijahreskredit von 1,75 Mrd. € sowie einer Kapitalerhöhung und einer Wandelanleihe aus dem vergangenen Jahr von zusammen rund 700 Mill. € ergänzt

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