Bilfinger im Umbau: Chinesen kaufen Wassertechnologiegeschäft

Bilfinger im Umbau
Chinesen kaufen Wassertechnologiegeschäft

Einen harten Umbau hat die Bilfinger-Führung im vergangenen Jahr angekündigt. Nun macht der Baukonzern ernst: Für 200 Millionen Euro wird das Wassertechnologiegeschäft nach China verkauft – wenn die Kartellbehörden zustimmen.

MannheimDer krisengeplagte Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger verkauft sein Wassertechnologiegeschäft an die chinesische Chengdu Techcent Environment Gruppe. Der Nettoerlös liege bei rund 200 Millionen Euro, teilte das MDax-Unternehmen am Samstag in Mannheim mit. Der Vertrag sei bereits unterzeichnet, die Kartellbehörden müssten allerdings noch zustimmen. Bilfinger hatte im vergangenen Jahr einen harten Umbau angekündigt. Für das Wassergeschäft seien verschiedene Optionen geprüft worden – mit dem Ergebnis, dass ein Verkauf die besten Perspektiven biete, hieß es. Die Sparte umfasst zum Beispiel Wasseraufbereitungsanlagen und Abwassersysteme und erwirtschaftet nach Unternehmensangaben mit rund 1600 Mitarbeitern einen Umsatz von 300 Millionen Euro im Jahr.

Bilfinger hatte erst im Januar überraschend mitgeteilt, den Verkauf zentraler Geschäftsbereiche zu prüfen. Demnach wird eine Trennung von der Bau- und Immobilienmanagementsparte durchgespielt. Bereits bekannt war zu diesem Zeitpunkt, dass das Mannheimer Unternehmen nach Interessenten für die Wassertechnologie und das kriselnde Geschäft mit dem Bau und der Sanierung von Kraftwerken sucht. Branchenkenner vermuten, dass Hauptaktionär Cevian die treibende Kraft hinter der möglichen Zerschlagung ist, nachdem Bilfinger innerhalb eines Jahres sechs Gewinnwarnungen herausgegeben hatte.

"Wir sind sehr froh, dass wir für unser erfolgreiches Wassergeschäft einen so finanzstarken und langfristig orientierten Käufer gefunden haben", erklärt Bilfinger-Chef Per H. Utnegaard. "In einem Unternehmen, in dem die Wassertechnik im Mittelpunkt seiner Geschäftstätigkeit steht, eröffnen sich für die Water Technologies hervorragende Entwicklungsperspektiven." Für 2015 rechnet Utnegaard mit einem Rekordverlust nach Steuern von über einer halben Milliarde Euro. Am Donnerstag will das Unternehmen seinen Geschäftsbericht veröffentlichen.

Die Chengdu Techcent Environment Gruppe ist ein chinesisches Unternehmen mit Hauptsitz in Chengdu in der Provinz Sichuan und beschäftig etwa 1.000 Mitarbeiter.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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