Billig-Airline
Ryanair auf Dauerdiät

Ryanair ist Europas erfolgreichste Billig-Airline. Wie die irische Fluglinie zum Marktführer unter den Low-Budget-Fliegern wurde und den europäischen Luftverkehr damit kräftig durcheinanderwirbelte.
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LondonWenn Ryanair-Chef Michael O'Leary über Bürokraten und Politiker in Brüssel spricht, fallen häufig Kraftausdrücke, die nicht jugendfrei sind. Die Vokabel „fuck“ durchzieht dann die Schimpftiraden des raubeinigen Iren.

Sein Fluchen hat einen guten Grund: Immer wieder nimmt die EU die Beziehung zwischen der irischen Billig-Airline und Flughafenbetreibern unter die Lupe. Die Brüsseler Wettbewerbshüter haben den Verdacht, dass Ryanair unerlaubte Beihilfen kassiert - eine Gefahr für das Ryanair-Geschäftsmodell.

Das Unternehmen mit 77 Millionen Passagieren jährlich ist Preis- und Kostenführer auf den europäischen Strecken. So kommt Ryanair auf operative Gewinnmargen von deutlich über zehn Prozent, die etablierten Konkurrenten schaffen nur niedrige einstellige Werte. Das Unternehmen, 1985 als Regionalfluggesellschaft in Dublin gegründet, hat nach und nach wie kein anderer die Prinzipien eines Billiganbieters verinnerlicht und verfeinert.

„Wir verstoßen nicht gegen EU-Beihilferegeln“, beteuert Ryanair. Fakt ist: Die Iren fliegen kleine und abgelegene Flughäfen an. Solche Flughäfen buhlen mit deutlich niedrigeren Start- und Landegebühren um Airlines als die großen Drehkreuze. Ryanair schafft es häufig weitere Sonderbehandlungen auszuhandeln – etwa Zuschüsse zum Marketing – und verspricht im Gegenzug eine bestimmte Auslastung des Flughafens. Die kleineren Flughäfen haben noch andere Vorteile: Kein langes Beladen, kein aufwendiges Einweisen, keine Staus auf der Rollbahn. Zwischen Landung und Start vergehen gerade mal 25 Minuten.

Doch langsam spürt selbst Ryanair die Grenzen des Wachstums. Das Unternehmen, das lange Zeit jährliche Zuwachsraten von 15 bis 20 Prozent vorweisen konnte, expandiert nur in kleineren Schritten. Der hohe Ölpreis und eine gewisse Sättigung des Marktes machten sich bemerkbar, erklären Analysten.

Die Kosten noch weiter zu senken, wird immer schwieriger. Doch Unternehmenschef O’Leary scheinen die Ideen noch nicht auszugehen: Zuletzt hat er seine Mitarbeiter zum Abspecken verdonnert. Durch das geringere Gewicht könne man schließlich Kerosin sparen.

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