Billig-Airlines: DBA und Gexx wollen zusammen fliegen

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DBA und Gexx wollen zusammen fliegen

Die beiden Billigfluglinien DBA (ehemals Deutsche BA) und Germania Express (Gexx) sind einer Einigung auf einen Zusammenschluss näher gerückt. „Die Verhandlungen sind in einem fortgeschrittenen Stadium“, sagte ein DBA-Sprecher am Mittwoch in München.

HB MüNCHEN. Letzte Details würden derzeit beraten, erfuhr Reuters am Mittwoch aus den Kreisen. Der Zusammenschluss zur drittgrößten deutschen Fluggesellschaft nach Lufthansa und Air Berlin mit zusammen 30 Boeing- und Fokker-Flugzeugen und einem europaweiten Angebot solle noch in dieser Woche offiziell bekannt gegeben werden.

Ein DBA-Sprecher kündigte am Nachmittag für diesen Freitag eine Pressekonferenz an. DBA stelle die Weichen für ein deutliches Wachstum der Flugzeugflotte und werde zahlreiche internationale Strecken neu aufnehmen. Zum bevorstehenden Zusammenschluss lehnte DBA jedoch einen Kommentar ab. Germania war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Germania-Eigner Hinrich Bischoff hatte vorige Woche einen Zusammenschluss nicht ausgeschlossen und Gespräche über eine Allianz bestätigt.

In Branchenkreisen wird erwartet, das die Marke Gexx verschwindet und DBA die Strecken und sowie die 16 Fokker-Flugzeuge im Leasing von Germania-Eigner Bischoff übernimmt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass sich Bischoff an der DBA beteiligen werde, die bislang zu 80 % von dem Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl kontrolliert wird. Dieser hatte bereits im November Germania und deren Fluglinie Gexx als möglichen Partner für die eigenen Expansionspläne genannt. DBA und Gexx ergänzen sich. Während DBA vor allem Inlandsverbindungen fliegt, hat Gexx seit Gründung Mitte 2003 mehr europäische Strecken aufgebaut. Germania-Eigner Bischoff besitzt insgesamt 40 Flugzeuge, die größtenteils an andere Fluglinien meist mit Besatzung verliehen sind. Auch DBA hat vier Boeing-Flugzeuge von Germania geleast, verfügt aber auch über Erfahrungen mit Fokker-Flugzeugen, wie sie Gexx benutzt.

Gexx hat in ihrem ersten Geschäftsjahr 2003/04 (zum 31. Oktober) 1,4 Mill. Passagiere geflogen und bei 130 Mill. Umsatz einen kleinen Gewinn erzielt. Allerdings hatte Gexx Probleme mit der Auslastung der Maschinen. Wiederholt wurden Flüge kurzfristig gestrichen oder verschoben.

DBA peilt nach früheren Angaben für das Geschäftsjahr 2004/05, das am 31. März endet, ein ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis und für das kommende Geschäftsjahr einen deutlichen Gewinn an. Die frühere verlustreiche Deutsche BA als Tochter von Britisch Airways war von Wöhrl Mitte 2003 für einen Euro übernommen worden.

Ein DBA-Sprecher bestätigte zudem einen Bericht des Handelsblatts, wonach Mehrheitseigner Wöhrl auch ein Gebot für die angeschlagene griechische Fluglinie Olympic Airlines abgegeben hat. Das Gebot komme aber von Wöhrls Holdinggesellschaft Intro und habe deshalb nicht direkt etwas mit der DBA zu tun. Dem Zeitungsbericht zufolge ist er einer von sieben Interessenten für die zur Privatisierung ausgeschriebene griechische Staatsairline. Der Nürnberger Textilunternehmer Wöhrl hatte die zweitgrößte deutsche Fluglinie DBA im Sommer 2003 zum symbolischen Preis von einem Euro übernommen.

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