Billigflieger
Air Berlin übernimmt DBA

Der gerade erst an die Börse gegangene Billigflieger Air Berlin hat den Konkurrenten DBA gekauft. Das Geschäft kommt völlig überraschend, arbeitet die DBA doch erst seit kurzem mit dem Düsseldorfer Ferienflieger LTU zusammen. Gleichzeitig mit dem Kauf gab Air Berlin die Zahlen fürs zweite Quartal bekannt. Gegenüber dem Vorjahr gibt es erhebliche Verbesserungen.

HB DÜSSELDORF. Wie Air Berlin am Donnerstagmorgen in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgab, kauft das Unternehmen 100 Prozent der DBA-Anteile. Der Kaufpreis, der komplett aus Barmitteln beglichen werde, liege im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Übernahme steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen.

„Wir konnten uns die Chance, unseren Wunschpartner zu gewinnen, nicht entgehen lassen“, erklärte Joachim Hunold, Vorstandschef von Air Berlin, am Donnerstag in Frankfurt. Zusammen kämen beide Fluggesellschaften in diesem Jahr auf 20 Mill. Passagiere, hieß es. Die Verträge wurden am Vorabend in München unterzeichnet.

Air Berlin war erst im Mai an die Börse gegangen, allerdings mit roten Zahlen. Seitdem ist der Kurs von 12 Euro auf unter 10 Euro abgesunken.

Gute Ergänzung

Mit der Übernahme wolle Air Berlin ihr Wachstum sichern, begründete Hunold den Kauf. „Die Streckennetze von Air Berlin und DBA ergänzen sich hervorragend, weil es keine Überschneidungen gibt. Wir können die innerdeutschen Verbindungen von DBA problemlos in unser europäisches Netz integrieren und damit den Anteil der Geschäftsreisenden deutlich erhöhen“, unterstrich der Airline-Chef. Hunold betonte zudem, das Management der DBA habe das Unternehmen seit der Loslösung von British Airways profitabel nach vorne gebracht.

Hinter der DBA steckt der Textilunternehmer Hans-Rudolf Wöhrl, der erst vor wenigen Monaten auch die LTU mehrheitlich übernommen hatte. Ziel war es, die beiden Airlines eng zu verzahnen. Die LTU sollte die Langstrecke bedienen, DBA die Kurz- und Mittelstrecken in Deutschland und Europa. Diese Pläne werden nun zwangsweise begraben.

Die DBA soll als eigenständige Gesellschaft unter dem Konzerndach von Air Berlin weitergeführt werden. Martin Gauss und Peter Wojahn blieben Geschäftsführer, erklärte der neue Besitzer. Der Marktauftritt von DBA werde künftig jedoch unter dem Namen Air Berlin stattfinden („powered by dba“). Die Flugpläne sollen womöglich bereits für den kommenden Winter aufeinander abgestimmt werden. Ab 1. April 2007 soll es einen gemeinsamen Sommerflugplan geben.

Ziel sei, durch eine optimierte Planung die Maschinenlaufzeiten beträchtlich zu erhöhen. „Im Sommer, wenn der Geschäftsreiseverkehr rückläufig ist, können wir die DBA-Flugzeuge auf unseren touristischen Strecken gut gebrauchen. Andererseits bietet sich die Möglichkeit, die größeren Air-Berlin-Jets von Fall zu Fall auf stark frequentierten innerdeutschen Rennstrecken der DBA einzusetzen“, sagt Hunold. Durch den Air-Berlin-Vertrieb werde der DBA auch der Zugang zu 13 000 Reisebüros in Deutschland eröffnet.

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