Billigflieger profitieren
Bahn streicht weitere Stammkunden-Rabatte

Gute Quartalsergebnisse, steigende Passagierzahlen – die Billigflieger machen der Deutschen Bahn zunehmend Konkurrenz. Nicht nur Geschäftsleute wechseln von der Schiene ins Flugzeug. Auch für private Reisen gehen immer mehr Bundesbürger in die Luft. Ein Trend, der sich nach Ansicht der Fluggesellschaften noch verstärken wird. Denn zum Jahresende streicht die Bahn ein weiteres Bonusprogramm für ihre Kunden.

co DÜSSELDORF. Fest stehen die Änderungen beim Mitfahrerrabatt. Die Deutsche Bahn schafft die Vergünstigung von 50 Prozent nun auch für Bahncard-Kunden bis Dezember 2005 ab. Bislang konnten Inhaber der Bahncard-50 bis zu vier Personen zum halben Preis mitreisen lassen.

„Hier gibt es sicherlich Verschlechterungen“, so Bahnsprecher Achim Stauß zu Handelsblatt.com. Bislang galt die Mitfahrerermäßigung als das wichtigste Angebot der Bahn, um gegenüber dem Auto und Billigfliegern einigermaßen mithalten zu können. „Insgesamt hat sich der Rabatt jedoch als nicht rentabel erwiesen“, sagt Stauß. Es komme zu selten vor, dass sich Paare oder kleine Gruppen spontan zu einer Bahnfahrt zusammen schließen.

Die Billigfliegergesellschaften profitieren von den Einschnitten für Bahnkunden: „Ganz klar registrieren wir eine verstärkte Nachfrage bisheriger Bahnfahrer“, sagt der Sprecher von Billigflieger DBA, Matthias Andreesen. Indiaktor dafür seien Strecken, die über eine schnelle ICE-Trasse verfügen. Auch neue DBA-Verbindungen wie Hannover-München seien voll ausgelastet.

„Immer mehr Privatreisende, Fußballfans und andere Gruppen buchen Flüge“, so Andreesen weiter. Zusätzlich sollen Aktionen wie der Verkauf von Tickets zu Sonderpreisen beim Discounter Aldi Stammkunden der Bahn in die Flieger locken. Die Rechnung scheint aufzugehen: Im ersten Quartal 2005 verzeichnete die DBA einen Anstieg der Passagierzahlen um 70 Prozent.

Auch die Billigfluggesellschaft Germanwings hat im ersten Halbjahr 2005 ihren Umsatz und die Zahl der beförderten Passagiere deutlich gesteigert. Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten um 60 Prozent auf 163 Mill. Euro gestiegen, so das indirekt zur Lufthansa gehörende Unternehmen. Von Januar bis Juni hat Germanwings 2,3 Millionen Passagiere befördert, über 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet die Fluglinie eine weitere Steigerung.

Hartmut Buyken vom Fahrgastverband Pro Bahn überrascht diese Entwicklung nicht. „Die Abschaffung des Mitfahrerrabatts bedeutet herbe Einschnitte für viele Stammkunden“, sagt er. Auch den Verweis der Bahn auf andere Gruppentarife sieht er skeptisch. Diese sind meist zu kompliziert und auch nicht wirklich günstig, so Buyken. „Die Streichung des Rabatts ist ein katastrophaler Schritt, bei dem die Bahn nur verlieren kann.“

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