Billigflieger
Ryanair-Chef schockt die Aktionäre

Billigflieger Ryanair könnte seine Gewinnziele verfehlen. Grund dafür seien der harte Wettbewerb und ungünstige Wechselkurse, sagt Ryanair-Chef Michael O'Leary - und denkt trotzdem über eine Senkung der Ticketpreise nach.
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DublinDer irische Billigflieger Ryanair könnte wegen des harten Wettbewerbs und ungünstigen Wechselkursen seine Gewinnziele für dieses Jahr verfehlen. Der Nettogewinn werde am unteren Ende der bisherigen Spanne von 570 bis 600 Millionen Euro liegen, teilte Ryanair am Mittwochmorgen vor Börsenbeginn mit.

Allerdings räumten die Iren ein, sollten die Ticketpreise wegen des harten Wettbewerbs weiter gesenkt werden müssen, könnte der Gewinn auch darunter liegen. Titel der Billigfluglinie rutschten um 15 Prozent ab auf ein Fünf-Monats-Tief von 5,80 Euro.

Europaweit zählten Fluggesellschaften zu den größten Verlierern. So büßten die Aktien des Billigfliegers Easyjet sieben Prozent ein, Air France fielen um zwei Prozent. Lufthansa waren mit einem Minus von knapp drei Prozent auf 12,92 Euro größter Dax-Verlierer.

Im ersten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) war der Gewinn von Ryanair bereits um 21 Prozent auf 78 Millionen Euro zurückgegangen. Zwar konnte der weltgrößte Billigflieger neue Einnahmequellen erschließen - etwa durch die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Sitzplatzreservierung. Doch dies reichte nicht aus, um die um sechs Prozent gestiegenen Treibstoffkosten und die Folgen des frühen Osterfestes Ende März, das damit weitgehend nicht ins erste Quartal fiel, auszugleichen.

Ryanair wie auch der kleinere britische Konkurrent Easyjet profitieren derzeit von den Sparmaßnahmen der alt eingesessenen Wettbewerber. British Airways wie auch Air France-KLM haben jüngst Kurzstrecken eingestampft, um ihre Ausgaben zu reduzieren. In diese Lücken drängen nun die Billigflieger. So legte der Umsatz von Ryanair im ersten Quartal zum Vorjahreswert um fünf Prozent zu auf 1,3 Milliarden Euro.

Ryanair kündigte an, im Jahresverlauf neue Routen und Standort bekanntgeben zu wollen. Derzeit würden die Wachstumsmöglichkeiten mit Blick auf den Rückzug von Rivalen wie Air Berlin genau geprüft. Die Aussicht auf solche zusätzlichen Geschäfte hatte die Ryanair-Aktie im Juni auf ein Rekordhoch katapultiert. Wettbewerber Easyjet hat bereits jüngst sein Angebot auf Strecken nach Italien und in die Schweiz aufgestockt. Air France-KLM und Lufthansa geben sich aber nicht kampflos geschlagen. Um bei kurzen Strecken mit der Billigkonkurrenz mithalten zu können, richtete etwa Air France-KLM mittlerweile einen eigenen günstigen Anbieter mit dem Namen Hop ein. Lufthansa deckt das Segment größtenteils über die Tochter Germanwings ab.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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