Billigflieger: Ryanair im Übernahme-Poker zu mehr Zugeständnissen bereit

Billigflieger
Ryanair im Übernahme-Poker zu mehr Zugeständnissen bereit

Der Billigflieger Ryanair will den heimischen Rivalen Aer Lingus übernehmen. Doch die europäischen Wettbewerbshüter haben Bedenken. Nun sollen weitere Zugeständnisse von Ryanair den Erfolg bringen.
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Brüssel/GenuaEuropas größter Billigflieger Ryanair will mit weiteren Zugeständnissen den Wettbewerbshütern ihre Bedenken gegen die Übernahme von Aer Lingus nehmen. Die Europäische Kommission reagierte am Mittwoch mit einer Verlängerung der Frist für die Prüfung des Vorhabens. Diese wird nun eine Woche länger bis zum 6. März dauern. Ryanair will den heimischen Rivalen für 694 Millionen Euro übernehmen.

Der Billigflieger habe der Kommission angeboten, 43 Strecken an die britische Fluglinie Flybe abzugeben, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Zudem solle Aer Lingus am Londoner Flughafen Heathrow drei Verbindungen an British Airways abtreten.

Flybe bestätigte, dass die Fluglinie Gespräche über die mögliche Übertragung von Flugzeugen und Strecken führt. Die Airline hatte erst am Mittwoch die Streichung von 300 Jobs angekündigt. Damit fallen rund zehn Prozent der Stellen weg.

Ryanair versucht bereits zum dritten Mal Aer Lingus zu kaufen: 2007 untersagten die EU-Wettbewerbshüter den Kauf. Zwei Jahre später gab Ryanair-Chef Michael O'Leary nach hartem Widerstand von Aer Lingus einen weiteren Versuch auf.

Unterdessen setzt sich die Pannenserie bei Ryanair auch im neuen Jahr fort: Eine Boeing-Maschine vom Typ 737-800 der irischen Fluggesellschaft musste am Mittwoch im italienischen Genua notlanden, nachdem die Instrumente ein mögliches Problem mit dem Kabinendruck signalisiert hatte, wie Ryanair mitteilte.

Zwei Passagiere seien nach dem Aufsetzen des Flugzeugs wegen Ohrenschmerzen zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht worden. Sie seien später wieder entlassen worden. Das Flugzeug war auf dem Weg von Valencia in Spanien nach Bergamo in Norditalien. Die Fluggäste wurden nach der Landung zu ihrem Ziel mit dem Bus befördert.

Ryanair war im Sommer in die Kritik geraten, nachdem Ende Juli gleich drei Maschinen der Airline wegen Treibstoffmangels und schlechten Wetters in Spanien außerplanmäßig landen mussten. Den Billigflieger traf nach einer Untersuchung der irischen Flugaufsicht IAA jedoch keine Schuld.

Die Maschinen hatten nach Einschätzung der Behörde mehr Treibstoff an Bord gehabt als vorgeschrieben. Allerdings empfahl die Aufsicht Ryanair, die Treibstoffpolitik besonders beim Anflug auf stark frequentierte Flughäfen und bei schlechtem Wetter zu überdenken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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