Billigflieger
Ryanair kämpft mit hohen Spritkosten

Gewinneinbruch beim weltgrößten Billigflieger: Im abgelaufenen Vierteljahr bleiben Ryanair unterm Strich 21 Prozent weniger. Trotzdem hält Chef Michael O'Leary an seinen Zielen für das Gesamtjahr fest.
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DublinHöhere Kerosinkosten haben beim irischen Billigflieger Ryanair wie befürchtet Spuren in der Bilanz hinterlassen. Der Gewinn sank im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni um 21 Prozent auf 78 Millionen Euro, wie die Fluggesellschaft am Montag mitteilte. Zwar konnte der weltgrößte Billigflieger neue Einnahmequellen erschließen - etwa durch die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Sitzplatzreservierung. Doch dies reichte nicht aus, um die um sechs Prozent gestiegenen Treibstoffkosten und die Folgen des frühen Osterfestes Ende März, das damit weitgehend nicht ins erste Quartal fiel, auszugleichen.

Ryanair hatte den Markt bereits auf einen Gewinnrückgang in dieser Größenordnung vorbereitet und hält trotz des Einbruchs an den Zielen für das Gesamtjahr fest. So stellt die in Dublin ansässige Airline für das Geschäftsjahr 2013/14 (Ende März) weiterhin einen Gewinn zwischen 570 und 600 Millionen Euro in Aussicht. Anleger beruhigte dies aber nicht: Ryanair-Aktien verloren 2,6 Prozent.

Ryanair wie auch der kleinere britische Konkurrent EasyJet profitieren derzeit von den Sparmaßnahmen der alt eingesessenen Wettbewerber. British Airways wie auch Air France-KLM haben jüngst Kurzstrecken eingestampft, um ihre Ausgaben zu reduzieren. In diese Lücken drängen nun die Billigflieger. So legte der Umsatz von Ryanair im ersten Quartal zum Vorjahreswert um fünf Prozent zu auf 1,3 Milliarden Euro.

Ryanair kündigte an, im Jahresverlauf neue Routen und Standort bekanntgeben zu wollen. Derzeit würden die Wachstumsmöglichkeiten mit Blick auf den Rückzug von Rivalen wie Air Berlin genau geprüft. Die Aussicht auf solche zusätzlichen Geschäfte hatte die Ryanair-Aktie im Juni auf ein Rekordhoch katapultiert. Wettbewerber Easyjet hat bereits jüngst sein Angebot auf Strecken nach Italien und in die Schweiz aufgestockt. Air France-KLM und Lufthansa geben sich aber nicht kampflos geschlagen. Um bei kurzen Strecken mit der Billigkonkurrenz mithalten zu können, richtete etwa Air France-KLM mittlerweile einen eigenen günstigen Anbieter mit dem Namen Hop ein. Lufthansa deckt das Segment größtenteils über die Tochter Germanwings ab.

Die Möglichkeit einer Sitzplatzreservierung gegen Gebühr stieß bei den Ryanair-Kunden offenbar auf große Resonanz. "Wir waren positiv überrascht von der Akzeptanz - Passagiere wollen reservierte Sitze", sagte Ryanair-Finanzchef Howard Miller.

Weil die Oster-Buchungen quasi nicht ins Quartal fielen, sanken die Ticketpreise im Durchschnitt um vier Prozent zum Vorjahr, teilte Ryanair mit. Auch der Streik der Fluglotsen in Frankreich habe sich negativ auf das Geschäft ausgewirkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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