Billigflieger
Ryanair prüft Übernahme der Lufthansa

Vielleicht ist es ein Gag. Vielleicht will Ryanair-Chef Michael O'Leary auch nur ablenken: Ryanair prüft laut eigener Aussage ernsthaft, ein Übernahmeangebot für die Lufthansa abzugeben. Und das Geld dafür hätte die Airline sogar flüssig. Das große Zittern dürfte in Frankfurt dennoch nicht einsetzen.

jkn/dih/HB LONDON. Europas größter Billigflieger sorgte auf der Jahrespressekonferenz zunächst für Lacher, dann für angestrengtes Nachdenken: "Wir schauen uns Lufthansa ernsthaft an", sagte O'Leary. Ryanair könne die größte deutsche Fluggesellschaft aus ihrem Cash-Bestand bezahlen. Über einen Preis wollte er sich nicht äußern.

Die Lufthansa kommentiert die Ryanair-Aussagen nicht. Hierzulande gibt es die Regelung, dass die Mehrheit an einer deutschen Airline auch in deutschen Händen liegen muss. Ryanair könnte also maximal 50 Prozent minus eine Aktie kaufen. Die würden nach aktueller Marktbewertung rund 2,3 Mrd. Euro kosten.

Auffällig ist, dass der Aktienkurs der Lufthansa nach Bekanntwerden der Meldung eher absank und wie sonst üblich anzusteigen. Das deutet darauf hin, dass auch Anleger nicht daran glauben, dass das Ryanair-Angebot ernst gemeint ist.

Vielleicht will O'Leary aber auch nur von der Tatsache ablenken, dass sein Unternehmen erstmals ein Geschäftsjahr mit Verlust abgeschlossen hat. In dem Ende März abgeschlossenen Finanzjahr 2008/2009 wies das irische Unternehmen ein Minus von 169 Mio. Euro aus. Ein Jahr zuvor konnte Ryanair noch einen Gewinn von 391 Mio. Euro erzielen.

Die Aktie der Fluggesellschaft reagierte mit einem Kurssturz auf die Nachrichten. Im frühen Handel gab die Aktie an der Londoner Börse zeitweise um mehr als acht Prozent nach. Kurz vor Mittag lag das Papier noch mit 3,77 Prozent im Minus bei 3,51 Euro.

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