Billigflieger
Ryanair trotz Krise mit Gewinnsprung

Der Billigflieger Ryanair hat einen Gewinnsprung fürs erste Halbjahr präsentiert. Dennoch hält sich die Freude bei Ryanair in Grenzen. Die Fluglinie ist skeptisch für das Gesamtjahr. Da erwartet Ryanair nichts Gutes.
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HB DUBLIN/LONDON. Europas größter Billigflieger Ryanair hat in seinem ersten Geschäftshalbjahr die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen und geht von einem verlustreichen zweiten Halbjahr aus. Angesichts der schwierigen Lage erhöht die Fluggesellschaft den Druck auf den Flugzeugbauer Boeing und droht gar mit dem Ende der Geschäftsbeziehungen, sollte es bei bei der Bestellung neuer Maschinen keine kräftigen Preisnachlässe geben.

Obwohl die Zahl der Fluggäste bei Ryanair zwischen April und September um 15 Prozent auf 36,4 Mio. Euro zulegte, sank der Umsatz um zwei Prozent auf rund 1,8 Mrd. Euro. Der Überschuss vervierfachte sich auf 373,5 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum war er allerdings wegen hoher Treibstoffkosten besonders deutlich geschrumpft.

Für die kommenden beiden Quartale erwartet Ryanair deutliche Verluste. „Die durchschnittlichen Ticketpreise werden in diesem Winter voraussichtlich um bis zu 20 Prozent zurückgehen“, sagte Vorstandschef Michael O'Leary am Montag. Dies werde das Ergebnis in den Monaten Oktober bis März ins Minus drücken. Für das Gesamtjahr hielt der Ryanair-Chef hingegen an seinem Gewinnziel fest. Der Überschuss soll am unteren Ende der Spanne von 200 bis 300 Mio. Euro liegen. Die Aktie des Billigfliegers stürzte nach der Ankündigung ab und notierte zuletzt mit über sechs Prozent im Minus.

Ryanair zieht nun ein Ende seines schnellen Wachstums in Betracht. „Wenn wir unser Überschusskapital nicht effizient in neue Flugzeuge investieren können, sollten wir das Geld an die Aktionäre zurückgeben“, sagte O'Leary. Dem Flugzeugbauer Boeing drohte O'Leary mit dem Ende der Geschäftsbeziehung. Ryanair verhandelt mit Boeing derzeit über den Kauf von 200 Flugzeugen und erwartet Zugeständnisse beim Kaufpreis. „Wir sehen keinen Sinn darin, unser schnelles Wachstum fortzuführen, während die Durchschnittserlöse sinken und unser wichtigster Partner im Flugzeug-Geschäft seine Rolle in unserem Kostensenkungsprogramm nicht annehmen will“, sagte O'Leary. Wenn die Verhandlungen bis Jahresende nicht zu einem Ergebnis führten, werde Ryanair die Geschäftsbeziehung zu Boeing beenden.

Bislang besteht die Flotte des Billigfliegers ausschließlich aus Boeing-Maschinen. Derzeit stehen 202 Boeing 737-800 im Dienst. Die 200 neuen Flieger, um die es bei den Verhandlungen geht, sollten in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeliefert werden. Mit der einheitlichen Flotte aus nur einem Flugzeugtyp spart Ryanair Wartungs- und Ausbildungskosten.

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