Billigflieger
Ryanair weist Vorwürfe zum Sozialdumping zurück

Deutschland ist der wichtigste Wachstumsmarkt für den Billigflieger Ryanair. Die Gesellschaft wehrt sich gegen den Vorwurf, ihre günstigen Preise vor allem auf dem Rücken des Personals zu erreichen.
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Frankfurt/MainDie Fluggesellschaft Ryanair hat Vorwürfe zu schlechten Arbeitsbedingungen ihres fliegenden Personals zurückgewiesen. Insbesondere der Markt für Piloten sei hochreguliert und internationalisiert, sagte der Airline-Personalchef Eddie Wilson der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in Frankfurt. Letztlich könnten sich Piloten weltweit ihre Arbeitsstelle aussuchen. „Wir brauchen und haben attraktive Arbeitsbedingungen, damit die Leute überhaupt zu uns kommen.“

Sowohl die deutschen Luftverkehrsgewerkschaften Ufo und Vereinigung Cockpit als auch hessische Landtagsabgeordnete hatten der Fluggesellschaft vorgeworfen, ihre Kostenvorteile auch zulasten des Personals zu erreichen. Vom kommenden Frühjahr an will die größte europäische Low-Cost-Airline auch in Frankfurt starten und erhält dafür Gebührenrabatte des Flughafenbetreibers Fraport.

Wilson räumte ein, dass rund ein Drittel der Kapitäne und etwa 80 Prozent der Co-Piloten über Fremdfirmen beschäftigt sind. Insbesondere den jüngeren Kollegen sei allerdings die Flexibilität willkommen, weil nicht feststehe, wo sie einst als Kapitän stationiert würden. Das starke Wachstum der Gesellschaft biete zudem schnelle Aufstiegsmöglichkeiten, sagte Wilson. „Wir stellen künftige Kapitäne ein – aus 31 Nationalitäten.“

Ryanair habe mit der Änderung des entsprechenden EU-Rechts im Jahr 2012 den Grundsatz umgesetzt, dass das fliegende Personal in den Heimatländern ihrer Basen Steuern und Sozialabgaben zahlen muss, erklärte Wilson. Das gelte auch für das Vertragspersonal.

Selbstverständlich zahle man für in Deutschland eingesetzte Kräfte hier den Arbeitgeberanteil in die Sozialkassen. Es gebe höchstens bis 2022 konform zum EU-Recht Altbeschäftigte, die noch in das irische System einzahlten. Im Zusammenhang mit staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen deutsche Ryanair-Vertragspiloten gelte die Fluggesellschaft nicht als beschuldigt, stellte Wilson fest.

Mit der neuen Gebührenstaffel am Frankfurter Flughafen sei Ryanair zufrieden, ergänzte Marketing-Chef Kenny Jacobs. Man könne nach der Entscheidung der hessischen Landesregierung wie geplant die neue Basis aufbauen und bei entsprechender Nachfrage schnell erweitern. Auch Flüge zu ausgesprochenen Business-Zielen seien künftig möglich.

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