Billigflug und Internetvertrieb zentrale Themen
Reiselust zur ITB erwartet

Die Touristikbranche blickt auf sonnigere Zeiten als in der Vergangenheit. Nach Jahren der Krise soll auf der am Freitag in Berlin beginnenden Internationalen Tourismus-Börse (ITB) die Misere der Jahre 2001 bis 2003 endgültig abgehakt werden.

HB FRANKFURT. Im vorigen Jahr machten die Touristiker bereits dank neuer Reiselust und besserer Preiskalkulation einen Teil der Einbußen wett und konnten die schwachen Erträge ein wenig bessern.

Das Wachstum soll auch 2005 anhalten: Europaweit rechnet die Reisebranche mit bis zu fünf Prozent mehr Umsatz. Für Deutschland, den größten Reisemarkt in Europa, schwanken die Einschätzungen zwischen drei und fünf Prozent Wachstum. Der im Vorfeld der ITB erstmals veröffentliche deutsche Reisebüro-Index der Zeitschrift FVW International bestätigt den Aufwärtstrend: Nur noch neun Prozent der gut 200 repräsentativ befragten Reisebüros bewertet die aktuelle Geschäftssituation als „schlecht“, 36 Prozent als „gut“, 55 Prozent als immerhin wieder „befriedigend“.

Auch die Flutkatastrophe in Südostasien, die zu Jahresbeginn 2005 auch viele Urlaubsregionen zerstörte, hat den generellen Aufwärtstrend nur kurzzeitig gestoppt. Allerdings gab es im Januar bei etlichen Veranstaltern Buchungsflauten, wie Manager inoffiziell bestätigen.

Der Chef des europäischen Reisemarktführers TUI, Michael Frenzel, sieht dennoch ein „robustes Wachstum“ und rechnet mit einem nachhaltigen Aufwärtstrend. Auf der ITB will TUI erstmals in diesem Jahr Buchungszahlen für die laufende Wintersaison und den bevorstehenden Sommer vorlegen. Konkurrent Alltours gilt derzeit als Branchenbester mit zweistelligen Zuwachsraten für Winter und Sommer.

Der Thomas Cook-Konzern, Nummer zwei der Branche, rechnet mit drei Prozent Marktwachstum und will selbst etwas besser abschneiden. Der vor gut einem Jahr noch am Rande des Ruins stehende Reisekonzern, der je zur Hälfte Lufthansa und dem angeschlagenen KarstadtQuelle-Konzern gehört, will nach harten Sparschnitten 2005 erstmals nach drei Verlustjahren wieder Gewinn machen. Branchenspekulationen über Verkauf und Zerschlagung von Thomas Cook haben durch die prekäre Finanzlage bei KarstadtQuelle wieder neue Nahrung erhalten. Aus Sicht des Cook-Managements ist dies jedoch derzeit kein Thema.

Die ITB, die in diesem Jahr von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eröffnet wird, erwartet erneut mehr als 10.000 Aussteller aus 180 Ländern und Regionen. Die klassischen Wachstumsthemen aus der Zeit vor der Krise - wie der Wettlauf von TUI und Cook um immer neue Zukäufe - gehören allerdings der Vergangenheit an. Die zentralen Themen der diesjährigen ITB sind der wachsende Reisevertrieb per Internet und erneut die Veränderungen der Touristik durch die Billigflieger. Zudem will die ITB sich für die von der Flutkatastrophe betroffenen Urlaubsregionen in Asien einsetzen.

Gleich mehrere neue Internetprojekte starten zur ITB. Der von TUI mitgegründete neue Veranstalter Touropa will ohne Kataloge auskommen und vorrangig über Internet, Fernsehen und Telefon-Callcenter verkaufen. Mit großem Werbeaufwand will das neue Reiseportal „weg.de“ ins Touristikgeschäft einsteigen. Auch der Reisebüro-Index spiegelt diesen Konkurrenzdruck wider. Denn im Gegensatz zur besseren Nachfrage beurteilen sie ihre Ertragslage eher skeptisch, unter anderem auch, weil viele Fluglinien der Lufthansa gefolgt sind und die Provisionen für den Ticketverkauf gestrichen haben. Seither müssen Reisebüros ihre Kosten per Servicegebühr direkt vom Kunden einfordern.

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