Billiggesellschaft stellt Betrieb ein
V-Bird fliegt nicht mehr

Die niederländische Billig-Airline V-Bird fliegt seit Freitag nicht mehr. Die am Niederrhein-Flughafen in Weeze nahe Düsseldorf stationierten Maschinen blieben am Boden. Tausende Passagiere hängen fest.

HB WEEZE. Allein am Freitag wollten rund 3 000 Fluggäste mit V-Bird-Jets in Weeze landen oder starten, berichtete Flughafensprecher Holger Terhorst. Die Passagiere waren vorab nicht über die Einstellung des Flugbetriebs informiert worden. Mit Bussen sollen die Wartenden zum Flughafen Düsseldorf gebracht werden. Die von Köln/Bonn aus startende Germanwings bietet gestrandeten V-Bird-Kunden Sonderpreise für ihre Flugziele an.

Im Flughafen-Terminal herrschte Verwirrung. Der V-Bird-Schalter, an dem die Fluggäste eigentlich ihre Tickets abholen, war nicht besetzt. Die vier weißen Airbus-Flieger vom Typ A 320 mit dem großen, blauen „V“ haben ihren Parkplatz auf dem Vorfeld des Airport-Geländes verlassen und wurden den Leasingfirmen übergeben.

V-Bird mit seinen 180 Mitarbeitern hatte bislang vom Niederrhein aus 17 Flugverbindungen angeboten. Mit Erster-Klasse-Komfort zu günstigen Preisen wollten die Niederländer die Konkurrenz ausstechen. Doch die Gesellschaft hat nur ein Jahr überlebt. Sie war im Oktober 2003 zum ersten Mal von ihrem Heimatflughafen in Weeze aus gestartet. Drei Airbus-A320-Jets steuerten zunächst sechs Ziele an: Berlin-Schönefeld und München sowie Maastricht, Wien, Nizza und Helsinki. Die Gründer von V-Bird - Roberto Stinga und Peter Legro - leiteten vorher Tochterfirmen der niederländischen Fluggesellschaft KLM.

Der Billigflieger aus den Niederlanden habe bereits in der vergangenen zwei Wochen intensiv nach einem neuen Investor gesucht, berichtet Flughafensprecher Terhorst. Der Aiport am Niederrhein, eine ehemalige britische Militärbasis, war erst im Mai 2003 eröffnet worden und hatte sich auf Billigairlines spezialisiert. Die Hälfte aller Starts und Landungen gingen auf das Konto von V-Bird. „Klar ist das ein Rückschlag. Der wirft uns aber nicht aus der Bahn“, zeigt man sich in Weeze trotzdem optimistisch. Schließlich baue die irische Ryanair zum Winter hin ihr Flugangebot von drei auf insgesamt fünf Routen aus und will im ersten Jahr gut eine halbe Million Passagiere befördern.

Bei der Suche nach neuen Fluglinien habe man zudem noch ein Ass im Ärmel, sagt Terhorst: „V-Bird hat gezeigt, dass besonders die Verbindungen nach München und Skandinavien hier sehr gut gelaufen sind. Das macht uns Hoffnung.“ Das Einzugsgebiet des Flughafens Niederrhein erstreckt sich von Arnheim und Nimwegen bis tief hinein ins Ruhrgebiet.

Was mit den Fluggästen passiert, die im Ausland auf gepackten Koffern sitzen bleiben, ist ungewiss. „Das muss eigentlich die Airline bewerkstelligen“, sagt Terhorst. „Vermutlich sind die Kunden erstmal auf sich allein gestellt.“ Am Flughafen wurde aber gleich nach Bekanntwerden der Hiobsbotschaft reagiert: „Wir haben hier erstmal das Restaurant für die V-Bird-Passagiere reserviert. Dort bekommen sie einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen.“

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