Billigstrom: Flexstroms Wachstumspläne gescheitert

Billigstrom
Flexstroms Wachstumspläne gescheitert

Mit Dumpingpreisen hat der Berliner Stromhändler Flexstrom mehr als 500.000 Kunden gewonnen. Jetzt liegt Flexstrom mit tausenden von Kunden im Clinch – und das Geld wird knapp.

BerlinNach der fehlgeschlagenen Millionen-Anleihe plagen den Billigstromanbieter Flexstrom nun Finanzierungsprobleme. Nach Recherchen des Handelsblattes ist das Wachstum des Berliner Unternehmens zum Erliegen gekommen. Sowohl in seinem Stammgeschäft mit Billigstrom als auch mit der erst kürzlich erworbenen Strommarke „Optimal Grün“ gingen im ersten Halbjahr 2012 massiv Kunden verloren.

Nur durch die 50.000 neuen Kunden der frisch gegründeten und stark beworbenen Öko-Marke „Löwenzahn“ konnte die Kundenzahl in der Gruppe ungefähr gehalten werden. Sie stieg insgesamt von 562.000 auf 570.000. Ziel von Flexstrom war es aber, schon 2015 auf 1,2 Millionen Kunden zu kommen.

Die Angaben stammen aus dem Prospekt für die Anleihe, mit der Flexstrom in der vergangenen Woche am Finanzmarkt scheiterte. Flexstrom wollte 35 Millionen Euro einsammeln, musste das Vorhaben aber einstellen, nachdem Zahlungsrückstände bei diversen Netzbetreibern bekannt geworden waren. Flexstrom nannte zu hohe Rechnungen der Netzbetreiber, zum Beispiel Vattenfall, als Grund für die schleppende Zahlung. Dies wiederum dementierte Vattenfall heftig.

Zum Teil widerspricht sich das Unternehmen sogar selbst. In der jüngsten Börsenmitteilung von Ende Oktober behauptete Flexstrom zum Beispiel, die neue Öko-Marke „Optimal Grün“ stehe für „deutliches Kundenwachstum“. Wenige Tage später offenbarte der Anleihe-Prospekt für „Optimal Grün“ im ersten Halbjahr 2012 einen Kundenschwund von 35 Prozent.

In der Börsenmitteilung wird Vorstand Robert Mundt darüber hinaus mit den Worten zitiert, Flexstrom zeichne sich durch „ein hohes Kundenvertrauen“ aus. Tatsächlich aber liegt Flexstrom mit tausenden von Kunden im Clinch – rund ein Viertel aller 14.000 Beschwerden vor der Schlichtungsstelle Energie entfallen auf Flexstrom. Zum Vergleich: Großkonzerne wie RWE, Eon oder Vattenfall zählen teilweise weniger als zehn Beschwerden.

Seite 1:

Flexstroms Wachstumspläne gescheitert

Seite 2:

„Risiko, dass Geschäftsmodell nicht profitabel“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%