Billigstromanbieter: Teldafax kappt Verbindung zu Ex-Chef Josten

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Teldafax kappt Verbindung zu Ex-Chef Josten

Die Führung des Billigstromanbieters Teldafax schafft Distanz zum inhaftierten Gründungsvorstand Michael Josten. Vorstandsvorsitzender Klaus Bath und der Aufsichtsrat Dimitri Vassiliev haben ihre Posten als Direktoren bei den Schweizer Schwestergesellschaften niedergelegt, bei der Josten Verwaltungsrat ist – angeblich aus operativen Gründen.
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DÜSSELDORF. Wie eine Sprecherin von Teldafax dem Handelsblatt bestätigte, haben der Vorstandsvorsitzende Klaus Bath und der Aufsichtsrat Dimitri Vassiliev ihre Posten als Direktoren bei den Schweizer Schwestergesellschaften von Teldafax niedergelegt, bei der Josten Verwaltungsrat ist. Dies habe operative Gründe und stehe nicht in Zusammenhang mit der kriminellen Vergangenheit Jostens.

Dabei haben die Teldafax-Vorstände allen Grund, möglichst viel Raum zwischen sich und Josten zu bringen. Josten, der 2007 wegen eines Anlagebetrugs in den 90er Jahren zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, ging zunächst nicht ins Gefängnis, sondern blieb Vorstandschef von Teldafax. Danach wechselte er in den Aufsichtsrat. Er zog in die Schweiz. Damit entkam er einerseits dem Zugriff der deutschen Behörden, andererseits baute er in Zug ein Geflecht von Firmen auf, mit denen Teldafax neue Geschäftsfelder erobern sollte.

Vorstände von Teldafax sagten dem Handelsblatt, die deutsche Teldafax sei vollkommen von den Schweizer Gesellschaften unabhängig, in denen Josten Regie führt.

Tatsache ist jedoch, dass die Führung der deutschen Teldafax bis zuletzt mit den Schweizer Gesellschaften unter der Führung Jostens eng verbandelt waren. Klaus Bath, der amtierende Vorstandschef von Teldafax, war noch im Oktober Direktor der TDF Technology Holding AG in Zug. In seinem Arbeitsvertrag sind ein Arbeitsumfang von 16 Wochenstunden und ein Monatsgehalt von 2500 Schweizer Franken angegeben. Zusätzlich erhielt Bath als Leistungsbonus Teldafax-Aktien im Wert von 150.000 Euro.

Auch Dimitri Vassiliev, der Josten 2010 als Aufsichtsrat bei der deutschen Teldafax ablöste, war Direktor in der Schweiz - und zwar bei bis zu sechs Firmen. Er erhielt laut Arbeitsvertrag 13.000 Franken pro Monat. Beide Arbeitsverträge sind für die Arbeitgeberseite von Michael Josten unterschrieben.

Josten selbst zahlte sich für seine Tätigkeit in verschiedenen Schweizer Firmen rund 450.000 Franken. Seine Spesenabrechnungen zeigen eine rege Reisetätigkeit durch Deutschland, Österreich, die Schweiz und auch Russland. Dass er längst eine Haftstrafe hätte antreten sollen, bremste den Mann, dem das Landgericht Mannheim 2007 eine "erhebliche kriminelle Energie und eine "besonders habgierige Gesinnung" bescheinigte, kaum.

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