Billigtickets
Lufthansa plant Ausweitung des „Hamburger Modells“

Nach guten Quartalszahlen und einer Anhebung der Prognose gewährt die Lufthansa Einblick in ihr neues Billigticket-Konzept. Demnach plant die Airline eine baldige Ausweitung des Hamburg-Angebots auch auf andere Städte. Ein Problem bleibt im Kampf um die Passagiere jedoch bestehen.

HB FRANKFURT. In Hamburg bietet die Lufthansa ab Mitte Oktober 40 Prozent mehr Sitzplätze an. Mit Tarifen ab 99 Euro plus Ticketgebühren für den Hin- und Rückflug versucht sie, Billigfliegern Paroli zu bieten. 23 Ziele werden angeflogen. Dazu werden vier zusätzliche Maschinen in Hamburg stationiert, die wie bei den meisten Billigflieger immer zwischen dem Heimatflughafen und dem Zielland pendeln. Bisher werden die Lufthansa-Maschinen im Europa-Verkehr dagegen auf teils komplizierte Routen geschickt.

Man werde keine Flugzeuge ungenutzt am Boden lassen, wenn Kapazitäten durch einen gezielteren Einsatz frei werden, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Karl- Ludwig Kley. Kley wollte aber ausdrücklich nicht von einem „Hamburger Modell“ sprechen. Für unterschiedliche Märkte müsse es unterschiedliche Antworten geben und die Lufthansa werde ihr Geschäft nicht neu erfinden.

„Lufthansa bleibt Lufthansa“, sagte Kley. Es sei aber ein Irrglaube zu denken, das Unternehmen könne mit 99-Euro-Tickets kein Geld verdienen. Hamburg hat für Lufthansa den Vorteil, dass dort große eigene Wartungskapazitäten bestehen. In den vergangenen Monaten hatten auch mehrere Billigflieger eine Ausweitung ihres Angebots angekündigt.

Prognose auf „mehr als 400 Millionen Euro“ angehoben

Am Vorabend hatte die Lufthansa mitgeteilt, der operative Gewinn sei im ersten Halbjahr trotz der gestiegenen Ölpreise von 33 auf 253 Millionen Euro geklettert. Das bedeutet nahezu eine Verachtfachung. Der Umsatz erhöhte sich von 8,3 auf 8,5 Milliarden Euro. Die Aktie legte am Mittwoch bis zum Nachmittag um vier Prozent auf 11,17 Euro zu. Zugleich hob das Unternehmen seine Prognose für den operativen Gewinn im Gesamtjahr von 383 Millionen auf „mehr als 400 Millionen Euro“ an.

Die Höhe des „mehr als“ wolle er der Fantasie überlassen, sagte Kley. In der Regel läuft in der Luftfahrt wegen saisonaler Schwankungen das zweite Halbjahr deutlich besser als das erste. Nach dem am Mittwoch vorgelegten detaillierten Geschäftsbericht erzielte die Lufthansa im ersten Halbjahr in allen Bereichen einen steigenden operativen Gewinn. Im wichtigsten Segment, dem Transport von Passagieren, bekräftigte die Lufthansa allerdings, dass sie wegen des harten Wettbewerbs und der Ölkosten nicht mit dem operativen Ergebnis des Vorjahres rechne.

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