Binnenhafen: Duisburg will Miami und Marseille überholen

Binnenhafen
Duisburg will Miami und Marseille überholen

Der Duisburger Hafen legt beim Umsatz erneut zu. Um das rückläufige Geschäft mit Kohle und Eisenerzen wettzumachen, setzt die Hafengesellschaft auf Container – und nimmt Millionen in die Hand.
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DuisburgDuisburgs Hafengesellschaft Duisport gibt einen Investitionsbetrag von 100 Millionen Euro frei, um spätestens in zwei Jahren Seehäfen wie Marseille oder Miami beim Containerumschlag zu überholen. „2015 werden fünf Millionen Standard-Container über unsere Standorte laufen“, kündigte Vorstandschef Erich Staake am Dienstag an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr waren vom weltweit größten Binnenhafen gerade einmal 2,6 Millionen Stahlboxen auf die Reise gegangen.

Die Investitionsgelder muss Duisburg selbst verdienen. Von den drei bislang gleich großen Aktionären - der Stadt Duisburg, dem Land Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik - sind Zuschüsse dafür nicht zu erwarten. Im Gegenteil. Von den 12,1 Millionen Euro, die der Duisburger Hafen 2012 vor Steuern verdiente, erwarten die staatlichen Gesellschaft sogar noch eine Dividende. Schon vor der anstehenden Hauptversammlung haben sich die Finanzpolitiker auf die Zahlungen eingerichtet. Denn anders als in Deutschlands größtem Seehafen Hamburg, wo Umsatz und Ertrag im letzten Jahr schrumpften, wuchs in Duisburg das Geschäft um acht Prozent auf 160 Millionen Euro – bei einem weiterhin steigenden Gewinn.

Mit dem massiven Vorstoß ins Containergeschäft reagieren die Duisburger auf das rückläufige Geschäft mit Kohle und Eisenerzen. Dort gab es zur Jahreswende einen empfindlichen Einbruch, weil Duisport-Kunde DB Schenker Rail den Auftraggeber Steag an einen Wettbewerber verlor. Seither geht nur noch ein Bruchteil der Kohlentransporte über den Hafen am Rhein.

Die Voraussetzungen für ein boomendes Containergeschäft, das den Umsatzverlust ausgleichen soll, hat Duisport zum Teil bereits geschaffen. Im vergangenen Jahr siedelte Staake einen Ersatzteil-Transporteur des Automobilherstellers Audi im Hafen an, ein weiteres Warenverteilzentrum vermietete er an die Spedition Kühne + Nagel, die dort die Logistik des Reinigungsmittel-Herstellers S.C Johnson übernommen hat.

Gleichzeitig baut Duisport den Schienenverkehr rund um den Hafen massiv aus. Neben der Anbindung an die Seehäfen Antwerpen und Rotterdam startete Staake zum Jahresbeginn eine regelmäßige Zugverbindung nach Ostwestfalen. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Wir haben längst auch Ziele in Südeuropa und in der Türkei ins Auge gefasst“, sagte der Vorstandschef.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen an das laufende Jahr. 2013 will Duisport um weitere acht Prozent wachsen, wie Staake ankündigte – und das, obwohl die Rahmenbedingungen alles andere als gut sind. 2012, so veröffentlichte jetzt das Statistische Bundesamt, stieg die Güterbeförderung der Binnenschifffahrt gerade einmal um ein halbes Prozent. Um 7,3 Prozent ging sogar der Umsatz des Hafens in Hamburg zurück.

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