Bio-Produkte
Supermärkte machen Müsli-Läden das Leben schwer

Wer sich früher möglichst gesund ernähren wollte, musste in den Müsli-Laden. Inzwischen gibt es manche Naturkostprodukte selbst im Discounter. Der Markt für Bio-Lebensmittel gerät in Bewegung.
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NürnbergAm Anfang war es die Bio-Milch. Später kamen Karotten, Sellerie, Lauch und Gurken aus Bioanbau dazu. Inzwischen füllen Bio-Produkte in konventionellen Supermärkten ganze Regalreihen. Naturkost, einst Nischenprodukt für ein paar ernährungsbewusste Ökofreaks, ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – und damit auch im konventionellen Lebensmitteleinzelhandel.

Zumindest ein Grundsortiment an Bioprodukten ist aus den meisten Supermärkten, Drogeriemärkten oder Discountern nicht mehr wegzudenken – zum wachsenden Missfallen des klassischen Naturkosthandels. Der will nun die weltgrößte Messe für Naturkost und Naturwaren Biofach in dieser Woche in Nürnberg nutzen, um sich gegen die wachsende Konkurrenz neu aufzustellen – auch mit der Rückbesinnung auf seine Wurzeln.

Dabei hatte lange eine Art Burgfrieden zwischen dem Naturkosthandel und dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel bestanden. Dazu haben nach Experteneinschätzung nicht zuletzt die Jahr für Jahr hohen Wachstumsraten bei Biolebensmitteln beigetragen, die lange beide gleichermaßen zu Gewinnern des Bio-Booms machten.

Inzwischen schließen Marktforscher einen schärferen Wettbewerb zwischen dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel und der klassischen Naturkostbranche nicht mehr aus. „Ich gehe davon aus, dass die Supermärkte ihr Bio-Sortiment weiter ausbauen und zur verstärkten Konkurrenz für den Biofachhandel werden“, prognostiziert etwa der GfK-Handelsexperte Wolfgang Adlwarth.

Auch wenn die Naturkostbranche im Jahr 2016 gemessen am Umsatz noch einmal um fünf Prozent gewachsen ist – aktuelle Entwicklungen weisen nach Adlwarths Beobachtung eher auf Marktverschiebungen hin: „Gerade in den vergangenen Monaten haben Supermärkte bei Naturkost stark zugelegt. Es gelingt ihnen mehr und mehr, Kundenströme zu sich umzulenken“, berichtet der Nürnberger Konsumforscher.

Jüngste Zahlen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) scheinen das zu bestätigten: Während der klassische Supermarkt seinen Anteil am Gesamtumsatz mit Biolebensmitteln 2016 um 14,6 Prozent auf 5,45 Milliarden Euro steigern konnte, wuchs der Naturkostumsatz mit Biolebensmitteln lediglich um 5,0 Prozent auf 2,85 Milliarden Euro. Der Rest von 1,18 Milliarden verteilt sich unter anderem auf Wochenmärkte, Reformhäuser und den Versandhandel.

Den Handelsexperten Adlwarth wundert diese Entwicklung nicht: „Wenn Verbraucher in ihrem Supermarkt immer mehr Bioprodukte vorfinden, ist es eine Frage der Bequemlichkeit, sich gleich dort mit Biolebensmitteln einzudecken. Den Weg zum Biomarkt sparen sie sich.“

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„Angebot wird entsprechend angepasst“

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