Bioethanol
Lufthansa testet erstmals Biosprit im Linienverkehr

Die Lufthansa plant einen nach eigenen Angaben weltweit einmaligen Versuch: Die Fluggesellschaft will erstmals im Linienbetrieb einen Treibstoff testen, der zur Hälfte aus Biosprit besteht. Dazu soll ein Triebwerk einer A321 auf der Strecke Hamburg-Frankfurt mit dem Gemisch versorgt werden.
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HB BERLIN. Als nach eigenen Angaben weltweit erste Fluggesellschaft will die Lufthansa einen Biotreibstoff im Linienverkehr erproben. Das Projekt soll im kommenden April beginnen, kündigte Lufthansa am Montag in Berlin an. Ein Triebwerk einer Airbus A321 wird dabei sechs Monate lang mit einem Kerosin-Gemisch versorgt, das zur Hälfte aus Biosprit besteht.

Ziel der Lufthansa sei es, in 10 bis 15 Jahren dem Flugbenzin generell einen Anteil von fünf bis zehn Biokraftstoff beizumischen, sagte Projektleiter Joachim Buse. So könne der Ausstoß des klimaschädlichen Gases Kohlendioxid verringert werden.

Bei dem Test auf der Flugstrecke Hamburg-Frankfurt wird untersucht, wie sich der Biosprit auf die Wartung und die Lebensdauer des Triebwerks auswirkt. Experten des Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) messen Schadstoffdaten. So erwarte man, dass bei der Verbrennung des Biokraftstoffs deutlich weniger Rußpartikel entstehen, sagte der Leiter des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik, Manfred Aigner. Das Projekt kostet 6,6 Millionen Euro, wovon die Bundesregierung 2,5 Millionen übernimmt.

Buse erhofft sich Vorteile aus der Nutzung des synthetischen Treibstoffs: Er sei etwas leichter als Kerosin aus Erdöl und habe bei gleicher Menge einen vier Prozent höheren Energiegehalt. Für den Test wird ein Gemisch verwendet, das zu 60 Prozent aus dem Öl der subtropischen Jatropha-Pflanze sowie aus Rapsöl und tierischen Fetten besteht. Hersteller ist das finnische Unternehmen Neste Oil.

Bislang werde Bio-Kerosin anders als Biosprit für Autos noch nicht in Großproduktion hergestellt und sei deshalb auch noch drei- bis viermal so teuer wie herkömmliches Flugbenzin, sagte Buse. Da die Landflächen für nachwachsende Rohstoffe endlich seien, setze man langfristig auf die Nutzung von Algen als Biomasse für Kraftstoffe.

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