Bis hin zum Bau kompletter Werke
Dienstleister managen verstärkt komplexe Industrieanlagen

Dienstleistungen rund um das Gebäudemanagement in der Industrie werden auf der Hannover Messe erstmals zum Schwerpunkt-Thema: Die Internationale Facility Management Association (IFMA), die in Halle 27 präsent ist, will insbesondere den Mittelstand ermutigen, Anlagen und Gebäude von Servicefirmen verwalten zu lassen. "Das ist der Startschuss für industrielles Facility Management", sagt IFMA-Vizechef Paul Stadlöder.

HB DÜSSELDORF. Die Deutsche Industriebank berechnet das jährliche Leistungsvolumen dieses Wirtschaftsbereiches in Deutschland schon auf 51 Mrd. Euro. Die Marktforscher von Lünendonk kommen zum gleichen Ergebnis und prophezeien bis zum Jahr 2009 ein jährliches Wachstum von über acht Prozent. Den lukrativen Kuchen teilen sich in Deutschland rund 50 große und mittelständische Betriebe sowie mehrere tausend kleine, zumeist aus der Reinigungsbranche kommende Firmen.

Doch auch Firmen, die aus dem Anlagenbau stammen, sind in dem Servicesegment tätig. Zum Beispiel die Stuttgarter M+W Zander. Seit 1996 kümmert sich der Anlagenbauer beispielsweise um Bürotürme und Chipfabriken von IBM in Mittel- und Osteuropa. Die Schwaben helfen bei Umbauten, bei Wartung und Pflege der internationalen Liegenschaften des Kunden – darunter Rechenzentren, Labore, Produktions- oder Büroanlagen. Der Service gehe bis zum Bau neuer Werke, sagt M+W Zander-Vorstand Jürgen Gießmann: "Braucht IBM ein neues Werk in der Tschechischen Republik, bauen wir es. Ebenso kümmern wir uns um Klimaanlagen, Alarmsysteme und Verwaltung in der Deutschland-Zentrale in Stuttgart." Andere Kunden sind die Deutsche Bank und VW in Dresden.

Auch die Frankfurter Wisag Service Holding ist mit 18 000 Mitarbeitern ein großer Spieler in dem zunehmend umkämpften Segment, das durch Übernahmen und Fusionen geprägt ist. Wisag-Sprecher Kai Müller: "Dass die Messeleitung Facility-Management zu einem Schwerpunkt gemacht hat, ist ein Zeichen dafür, dass unsere Branche an Bedeutung gewonnen hat, weil immer mehr Unternehmen sehen, dass sie mit professioneller Hilfe eine Menge Geld bei ihren Immobilien sparen können".

Der Blick der Facility-Manager richtet sich verstärkt gen Osten – nach Russland und Asien. Der Neubau von Industrieanlagen eröffnet dort zahlreiche Möglichkeiten, mit professionellem Gebäudemanagement ins Geschäft zu kommen. Das Leistungsspektrum der großen Player reicht von technischen Lösungen wie dem nachträglichen Einbau eines Aufzugs bis zu Verwaltungstätigkeiten, etwa dem Abschluss neuer Mietverträge.

Neue Software-Lösungen sollen helfen, die verschiedene Facility-Management-Leistungen wie den Eigengeräteeinsatz und Maschinenleasing zu vernetzen. Vorgestellt werden sie in Hannover in der "Digital Factory" in Halle 16. Die Messe sieht sich gerade für den Mittelstand als Informations- und Kontakt-Börse – zusätzlich zur Expo Real, die im Herbst in München stattfindet.

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