Bis zu 20 Läden werden geschlossen
Vobis macht Zentrale dicht

Der angeschlagene Computerhändler Vobis macht massive Einschnitte. Allein von der zum 30. Juni geplanten Schließung der Firmenzentrale in Aachen sind 180 Beschäftigte betroffen.

HB AACHEN. Von den bundesweit mehr als 150 eigenen Filialen würden zudem bis zu 20 unrentable Läden geschlossen. In der vergangenen Woche gingen schon in neun Filialen die Lichter aus.

Mit diesen Schritten sollen die Kosten deutlich gesenkt werden. „Es geht um eine Gesundschrumpfung“, erläuterte die Sprecherin. Von einem Kahlschlag im Filialnetz könne keine Rede sein. Einschließlich selbstständiger Filialbetreiber (Franchise) sowie Kooperationspartner (Shop-in-Shop) verfüge Vobis derzeit über rund 300 Verkaufsstellen.

Das Unternehmen sei bemüht, Mitarbeitern der Zentrale an anderen Standorten der Gruppe einen Ersatzarbeitsplatz anzubieten. Die Aufgaben der Zentrale würden Vobis-Töchter an anderen Orten übernehmen. So soll das Filialnetz künftig von Potsdam aus gesteuert werden. Marketing und Einkauf würden künftig in Braunschweig geführt.

Die vor 29 Jahren in Aachen gegründete Computerkette erzielte 2003 mit 1100 Mitarbeitern 450 Mill. € Umsatz. Das Unternehmen schrieb rote Zahlen. Von 1989 bis 1998 war der Handelskonzern Metro an Vobis direkt beteiligt. Vobis kam dann in die Verwertungsgesellschaft Divaco, aus der die Metro im Januar 2004 ausstieg. Die Divaco hält knapp 75 % der Anteile an Vobis.

Das Computergeschäft in Deutschland gilt als besonders schwierig. Zum ohnehin starken Preisverfall kommt hinzu, dass zunehmend Discounter mit Aktionsangeboten den Computerfachhändlern das Leben schwer machen. Die Metro mischt im Elektronikgeschäft ebenfalls preisaggressiv mit. Zu ihr gehören die Ketten Media-Markt und Saturn. Die Computerkette Vobis bestückt unter anderem in 65 Filialen der Metro-Warenhaustochter Kaufhof eigene Regale mit ihrem Sortiment.

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