Bis zu drei Prozent Umsatzminus in 2004: Karstadt rüstet sich für den schlimmsten Fall

Bis zu drei Prozent Umsatzminus in 2004
Karstadt rüstet sich für den schlimmsten Fall

Die Karstadt-Warenhäuser rechnen in diesem Jahr angesichts der anhaltenden Konsumflaute mit einem Umsatzverlust von bis zu drei Prozent. Bei einer außerordentlichen Betriebsräteversammlung in Essen machte die Unternehmensführung am Mittwoch deutlich, dass ein Stellenabbau im Verwaltungsbereich nötig sei. Betriebsbedingte Kündigungen solle es aber nicht geben.

HB DÜSSELDORF. „Als Kaufmann muss man sich für den schlimmsten Fall rüsten, und das werden maximal drei Prozent sein“, sagte ein Sprecher des Karstadt-Quelle-Konzerns. Warenhaus-Vorstandschef Helmut Merkel habe vor den gut 400 Betriebsräten in Essen gesagt, dass die Warenhaussparte in diesem Jahr mit einem Umsatzverlust zwischen null und drei Prozent rechne. „Der Vorstandsvorsitzende hat die Betriebsräte und Mitarbeiter informiert, dass sich das Unternehmen auf ein schwieriges Jahr einzustellen hat“, sagte der Sprecher.

Bereits 2003 war der Umsatz in den 187 Warenhäusern um 3,9 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro geschrumpft. Der Konzern hatte einen Umsatzrückgang von 3,5 Prozent auf 15,3 Milliarden Euro hinnehmen müssen.

Um die Folgen für das Ergebnis so gering wie möglich zu halten, seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, erläuterte der Sprecher. Vorstandschef Merkel habe den Betriebsräten ein Beschäftigungssicherungsabkommen vorgeschlagen, dem zufolge Kosten beim Personal eingespart werden sollen, jedoch nicht durch einen Personalabbau des Verkaufspersonals, sondern durch allmählichen Abbau im administrativen Bereich. Betriebsbedingte Kündigungen solle es dort nicht geben. Zum geplanten Einsparvolumen äußerte sich der Sprecher nicht.

Betriebsräte sagten aber, Merkel habe von einem angepeilten Einsparpotenzial von 75 bis 100 Millionen Euro gesprochen. Ein Zeitraum dafür habe er aber nicht genannt. Die Einsparungen seien nötig, um Reserven für notwendige Zukunftsinvestitionen zu schaffen. Als notorische Verlustbringer in den Warenhäusern gelten den Betriebsräten zufolge die Bereiche Multimedia, Gastronomie und Lebensmittel. „Die Belegschaft ist beunruhigt und verlangt klare Aussagen zur Strategie der Warenhäuser“, sagte der Betriebsratsvorsitzende der Karstadt-Filiale in Mönchengladbach, Bodo Dehn. Viele Betriebsräte seien zur Zusammenarbeit mit dem Vorstand nur dann bereit, wenn dieser eine überzeugende Strategie präsentiere.

Noch deutlichere Worte fand der Verdi-Vertreter Folkert Küpers. Die Vorstandsentscheidungen in den vergangenen Jahren seien mehr durch „Versuch und Irrtum“ gekennzeichnet gewesen, kritisierte der Gewerkschaftssekretär. „Leider haben sich im Ergebnis die Irrtümer gehäuft“, fügte er hinzu. Die Arbeitnehmervertreter seien daher nicht bereit, über vermeintlich zu hohe Personalkosten zu verhandeln.

Die Arbeitnehmerseite befürchtet, dass der Konzern in diesem Jahr den Arbeitsplatzabbau fortsetzen will und mehr als 3000 Stellen in den Warenhäusern und in der Verwaltung kürzen könnte. Das Konzern-Management hatte dagegen vor rund einer Woche erklärt, einen massiven Stellenabbau werde es nicht geben. Zur Zeit sind noch rund 43 000 Mitarbeiter im Warenhausbereich beschäftigt. Im Jahr 2001 waren es noch 48 000 gewesen.

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