Black Friday und Cyber Monday
Wie der Online-Handel von den Aktionstagen profitiert

Am Black Friday hat der Internet-Absatz im Vergleich zum Vorjahr kräftig zugelegt. Experten gehen von einem Rekordumsatz von fünf Milliarden Dollar aus. Die Summe dürfte am Cyber Monday noch übertroffen werden.
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Chicago/New YorkDer US-Einzelhandel hat einen vielversprechenden Start ins Weihnachtsgeschäft hingelegt. Erste Daten deuteten auf einen kräftigen Anstieg der Online-Erlöse am sogenannten Black Friday hin. Einen zusätzlichen Schub versprechen sich Internethändler vom bevorstehenden Aktionstag Cyber Monday, der weitere Schnäppchenjäger zu Käufen animieren soll. Damit erhärteten sich Expertenprognosen, wonach die amerikanischen Verbraucher in diesem Jahr mehr Geld ausgeben werden als im vergangenen.

Die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts beginnt für die Branche mit dem Feiertag Thanksgiving. Bereits nach dem traditionellen Truthahnessen zieht es viele Amerikaner donnerstagabends in die festlich geschmückten Konsumtempel. Vor der Vorzeigefiliale von Macy's am Herald Square in Manhattan versammelten sich nach Unternehmensangaben rund 16.000 Menschen, die ab 17.00 Uhr in die Verkaufsräume strömten. Auch andere große Ketten wie Wal-Mart, Target und J.C. Penney öffneten ihre Pforten am Vorabend des Black Friday. Dieser gilt für die Branche als umsatzträchtigster Tag des Jahres.

Starken Zustrom meldeten am Brückentag nicht nur die Filialen, sondern verstärkt auch das Onlinegeschäft. Dort erzielten die Händler nach Berechnungen des Marktbeobachters Adobe Analytics in den ersten Stunden um 15,6 Prozent höhere Erlöse als vor Jahresfrist. Für den kompletten Tag gingen die Experten von einem Rekordumsatz im Internethandel von fünf Milliarden Dollar aus. Für den Cyber Monday sagten Onlineanbieter zusätzliche Einnahmen von 6,6 Milliarden Dollar voraus.

Keine konkreten Zahlen lagen zunächst zur Nachfrage in den Filialen vor, wo die Branche immer noch den größten Teil ihrer Erlöse erzielt. „Der Besucherandrang heute Morgen war relativ verhalten, aber immer noch der größte seit drei Jahren“, sagte Burt Flickinger, Geschäftsführer beim Marktforscher Strategic Resources Group, unter Berufung auf Beobachtungen seiner Experten. Er verwies auf die gute allgemeine Kauflaune, die sich aus dem Konjunkturaufschwung und der starken Arbeitsmarktlage speist. In den USA macht der Konsum mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Für die Einzelhändler hängen Wohl und Wehe am Weihnachtsgeschäft, das für bis zu 40 Prozent des Jahresumsatzes steht.

Kaufhäuser bieten den Unternehmen bessere Chancen als der Onlinehandel, die Kunden zu Spontan- und Zusatzkäufen zu verleiten. In diesem Jahr setzten viele Händler auf Erlebnisshopping. Neben den üblichen Rabattaktionen versuchten sie die Verbraucher mit Werbegeschenken wie Schokolade und Parfüm sowie mit Unterhaltungsangeboten anzulocken.

Auch die internetaffine junge Kundschaft findet in den Einkaufspalästen neben Spektakel und Nostalgiegefühlen einen wichtigen Gruppentreffpunkt. „Alle meine Freunde sind vom College zurück, und wir sind hier verabredet“, sagte der 17-jährige Jonathan Lin. Aber nicht alle, die kommen, kaufen auch dort ein. Manche lassen sich von der ausgestellten Warenvielfalt nur inspirieren und suchen dann im Internet nach günstigeren Angeboten. Augenzeugen berichteten, etliche Besucher hätten die Konsumtempel ohne Einkaufstaschen verlassen.

Auch in Deutschland spielen die aus den USA importierten Aktionstage Black Friday und Cyber Monday zunehmend eine Rolle, wofür insbesondere der Internetkonzern Amazon verantwortlich ist. Der Branchenverband HDE prognostiziert für beide Tage zusätzliche Einnahmen von 1,7 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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