Black Friday und Cyber Monday Wie der Online-Handel von den Aktionstagen profitiert

Am Black Friday hat der Internet-Absatz im Vergleich zum Vorjahr kräftig zugelegt. Experten gehen von einem Rekordumsatz von fünf Milliarden Dollar aus. Die Summe dürfte am Cyber Monday noch übertroffen werden.
Update: 25.11.2017 - 14:56 Uhr Kommentieren
Der Tag nach Thanksgiving ist bekannt für seine riesigen Rabatte. Quelle: AFP
Black Friday

Der Tag nach Thanksgiving ist bekannt für seine riesigen Rabatte.

(Foto: AFP)

Chicago/New YorkDer US-Einzelhandel hat einen vielversprechenden Start ins Weihnachtsgeschäft hingelegt. Erste Daten deuteten auf einen kräftigen Anstieg der Online-Erlöse am sogenannten Black Friday hin. Einen zusätzlichen Schub versprechen sich Internethändler vom bevorstehenden Aktionstag Cyber Monday, der weitere Schnäppchenjäger zu Käufen animieren soll. Damit erhärteten sich Expertenprognosen, wonach die amerikanischen Verbraucher in diesem Jahr mehr Geld ausgeben werden als im vergangenen.

Die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts beginnt für die Branche mit dem Feiertag Thanksgiving. Bereits nach dem traditionellen Truthahnessen zieht es viele Amerikaner donnerstagabends in die festlich geschmückten Konsumtempel. Vor der Vorzeigefiliale von Macy's am Herald Square in Manhattan versammelten sich nach Unternehmensangaben rund 16.000 Menschen, die ab 17.00 Uhr in die Verkaufsräume strömten. Auch andere große Ketten wie Wal-Mart, Target und J.C. Penney öffneten ihre Pforten am Vorabend des Black Friday. Dieser gilt für die Branche als umsatzträchtigster Tag des Jahres.

Schnäppchenjäger stürmen die Geschäfte
Black Friday 2017
1 von 12

Die aus den USA nach Deutschland herübergeschwappten Marketing-Initiativen „Black Friday“ und „Cyber Monday“ sorgen auch hierzulande für Milliardenumsätze. Der Einzelhandel rechne in Deutschland an beiden Tagen mit zusätzlichen Einnahmen von rund 1,7 Milliarden Euro, teilte der Branchenverband HDE am Freitag mit.

Warteschlangen in Overland Park, Kansas
2 von 12

Traditionell fällt der Black Friday, der schwarze Freitag, auf den Tag nach dem amerikanischen Feiertag Thanksgiving, in diesem Jahr der 24. November. Für die Amerikaner ist das ein Brückentag, den sie gerne für Weihnachtsshopping nutzen.

Schnäppchenjäger in Norwalk, Connecticut
3 von 12

Für die Händler signalisiert der Black Friday den Start in die heiße Phase des Geschenkegeschäfts. Der Cyber Monday, der Internettag, folgt drei Tage später. Auch immer mehr Händler in Deutschland sind bei dem Rabattmarathon dabei – und machen aus den zwei Schnäppchentagen oft eine ganze Woche.

Kaufhaus Macy's in Manhattan
4 von 12

Ungewiss ist trotz der wachsenden Bedeutung des Tages, woher der Name Black Friday eigentlich stammt. Eine Theorie ist, dass der Name auf die Menschenmassen in den Straßen und Einkaufszentren zurückzuführen ist, die an diesem Tag in vielen amerikanischen Metropolen unterwegs sind.

Rummel bei Macy's
5 von 12

Eine andere erklärt den Namen damit, dass die Händler an diesem umsatzstarken Tag die Chance haben, in die Gewinnzone zu kommen - also schwarze Zahlen zu schreiben.

Gerangel um Flachbildfernseher in Sao Paulo, Brasilien
6 von 12

Wie in den USA wird mit den an Schnäppchenjäger gerichteten Aktionstagen auch in Deutschland die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts eingeläutet. „Für den Onlinehandel in Deutschland erwarten wir für Black Friday und Cyber Monday die umsatzstärksten Tage des Jahres“, sagte HDE-Sprecher Stefan Hertel. Im vergangenen Jahr hätten rund 16 Prozent der Verbraucher laut einer Online-Befragung des HDE den Black Friday für reduzierte Einkäufe genutzt und dabei gut 170 Euro ausgegeben. Ähnlich werde es wohl dieses Jahr ablaufen.

Elektronik heiß begehrt
7 von 12

Amazon Deutschland etwa startete seine Cyber-Monday-Woche bereits am vergangenen Montag und verspricht den Kunden mehr als 55.000 Angebote. Die Elektronikmarktkette Saturn lockt mit einer „Black Week“ und verspricht „die besten Angebote des Jahres“. Auch viele andere bis hin zur Supermarktkette Real und der Warenhauskette Karstadt werben mit Sonderangeboten.

Starken Zustrom meldeten am Brückentag nicht nur die Filialen, sondern verstärkt auch das Onlinegeschäft. Dort erzielten die Händler nach Berechnungen des Marktbeobachters Adobe Analytics in den ersten Stunden um 15,6 Prozent höhere Erlöse als vor Jahresfrist. Für den kompletten Tag gingen die Experten von einem Rekordumsatz im Internethandel von fünf Milliarden Dollar aus. Für den Cyber Monday sagten Onlineanbieter zusätzliche Einnahmen von 6,6 Milliarden Dollar voraus.

Keine konkreten Zahlen lagen zunächst zur Nachfrage in den Filialen vor, wo die Branche immer noch den größten Teil ihrer Erlöse erzielt. „Der Besucherandrang heute Morgen war relativ verhalten, aber immer noch der größte seit drei Jahren“, sagte Burt Flickinger, Geschäftsführer beim Marktforscher Strategic Resources Group, unter Berufung auf Beobachtungen seiner Experten. Er verwies auf die gute allgemeine Kauflaune, die sich aus dem Konjunkturaufschwung und der starken Arbeitsmarktlage speist. In den USA macht der Konsum mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung aus. Für die Einzelhändler hängen Wohl und Wehe am Weihnachtsgeschäft, das für bis zu 40 Prozent des Jahresumsatzes steht.

Mondpreis oder Schnäppchen – worauf sollte man als Kunde achten?

Mondpreis oder Schnäppchen – worauf sollte man als Kunde achten?

Kaufhäuser bieten den Unternehmen bessere Chancen als der Onlinehandel, die Kunden zu Spontan- und Zusatzkäufen zu verleiten. In diesem Jahr setzten viele Händler auf Erlebnisshopping. Neben den üblichen Rabattaktionen versuchten sie die Verbraucher mit Werbegeschenken wie Schokolade und Parfüm sowie mit Unterhaltungsangeboten anzulocken.

Auch die internetaffine junge Kundschaft findet in den Einkaufspalästen neben Spektakel und Nostalgiegefühlen einen wichtigen Gruppentreffpunkt. „Alle meine Freunde sind vom College zurück, und wir sind hier verabredet“, sagte der 17-jährige Jonathan Lin. Aber nicht alle, die kommen, kaufen auch dort ein. Manche lassen sich von der ausgestellten Warenvielfalt nur inspirieren und suchen dann im Internet nach günstigeren Angeboten. Augenzeugen berichteten, etliche Besucher hätten die Konsumtempel ohne Einkaufstaschen verlassen.

Auch in Deutschland spielen die aus den USA importierten Aktionstage Black Friday und Cyber Monday zunehmend eine Rolle, wofür insbesondere der Internetkonzern Amazon verantwortlich ist. Der Branchenverband HDE prognostiziert für beide Tage zusätzliche Einnahmen von 1,7 Milliarden Euro.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

Mehr zu: Black Friday und Cyber Monday - Wie der Online-Handel von den Aktionstagen profitiert

0 Kommentare zu "Black Friday und Cyber Monday: Wie der Online-Handel von den Aktionstagen profitiert"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%