„Black Friday“
US-Händler liefern sich Preisschlacht

„Mega Sale“ muss drauf stehen, „50 Prozent reduziert“ oder „Deal des Tages“: Wenn am Tag nach Thanksgiving offiziell das Weihnachtsgeschäft für den US-Einzelhandel beginnt, muss die Ware vor allem eines sein: billig. Dabei droht der Kampf um die Kunden das Geschäft zu vermiesen.
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NEW YORK. Knapp 70 Prozent der US-Konsumenten wollen nur Geld ausgeben, wenn ein Produkt mindestens um die Hälfte reduziert ist, zeigt eine Umfrage von America's Research Group. Nachdem die Einzelhändler im vergangenen Jahr das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit Jahrzehnten verschmerzen mussten, liefern sie sich nun Preisschlachten, um die sparsam gewordenen US-Konsumenten in die Läden zu locken.

134 Millionen Shopper an einem Tag

Die kommenden vier Wochen sind für den Einzelhandel so wichtig wie keine anderen. Mit dem Weihnachtsgeschäft machen Händler bis zu 40 Prozent ihres Jahresumsatzes. Der „Black Friday“ ist traditionell der Tag, an dem das Geschäft in die schwarzen Zahlen springt. Doch in diesem Jahr, spotten Branchenkenner, werde es wohl eher ein „Roter Freitag“ sein.

Zwar werden allein am Freitag 134 Millionen Weihnachts-Shopper in den Läden erwartet – sechs Millionen mehr als 2008. Allerdings wollen sie 15 Prozent weniger ausgeben als im Vorjahr und knapp ein Drittel weniger als noch 2004, zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Deloitte.

„Das vergangene Jahr war schon schrecklich. Dieses Jahr wird noch schlimmer“, sagt Howard Davidowitz, Gründer des New Yorker Beratungs- und Investmenthauses Davidowitz Associates. Viele Einzelhändler müssen in dem harten Preiskampf mitmischen, damit ihre Umsätze im Jahresvergleich nicht deutlich einbrechen. Discount-Riese Wal-Mart unterbietet bereits seit Wochen Konkurrenten bei Büchern, Spielzeug und Elektrogeräten und verspricht Kunden, die Preise anzupassen, wenn ein Wettbewerber bessere Angebote hat.

Doch längst nicht alle werden dem Preisdruck standhalten können. „Die Margen der Einzelhändler werden weiter sinken, und einige müssen sich fragen, wie lange sie diese Strategie durchhalten können“, sagt Catherine Roche, Partnerin der Unternehmensberatung Boston Consulting Group. Davidowitz geht davon aus, dass rund 200 000 Läden und 2 000 Shoppingcenter in den nächsten 18 Monaten schließen werden. „Der amerikanische Verbraucher ist in so schlechter Verfassung wie noch nie. Das werden die Händler sowohl im Weihnachtsgeschäft als auch in den Monaten danach zu spüren bekommen.“

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