Blackstone kauft Hilton
Hotel-Übernahmen beherbergen Risiken

Mit dem milliardenschweren Kauf der Hilton-Gruppe steigt der US-Finanzinvestor Blackstone zum weltgrößten Hotelier auf. Private-Equity-Firmen reißen sich derzeit um die Branchengrößen, lässt sich mit Hotels doch das schnelle Geld machen. Genauso schnell kann das Geld aber auch weg sein.

NEW YORK. Der Preis von 26 Mrd. Dollar inklusive Schulden oder 47,50 Dollar pro Aktie für die renommierte Hotelfirma aus dem kalifornischen Beverly Hills beflügelte am Mittwoch den gesamten Sektor: Die Titel der französischen Accor-Hotels stiegen um mehr als 8 Prozent, Intercontinental kletterten gut 6 Prozent, die Kette Whitbread 5,3 Prozent. Hilton-Aktien machten an der Frankfurter Börse einen riesigen Satz von 36 Prozent auf 49,02 Dollar und stiegen damit leicht über den Preis der Blackstone-Offerte. Die US-Börsen hatten wegen eines Feiertags geschlossen.

Im Vergleich zu früheren Übernahmen in diesem Sektor muss Blackstone für Hilton tief in die Tasche greifen. Die Transaktion entspricht laut Nachrichtenagentur Bloomberg dem 38-fachen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Dass Finanzinvestoren Milliarden für Hotelketten bieten, ist längst keine Seltenheit mehr. „Es sieht so aus, als stünde derzeit jeder (Hotelkonzern) zum Verkauf“, sagte Mark Lunt von der Beratungsfirma Ernst & Young. Wyndham wurde mit einer Ebitda-Prämie von 19 übernommen, Extended Stay America mit dem 28-fachen.

Der scheidende Hilton-Vorstandschef und Co-Chairman Stephen F. Bollenbach sprach von einem „unwiderstehlichen Preis“, den Blackstone zu zahlen bereit sei. Analyst Amit Kapoor von Gabelli & Co., dessen Firma fünf Millionen Hilton-Aktien hält, bewertete die Offerte als angemessen. Mit Blick auf das starke Hotel-Portfolio der Hiltons sei das Angebot sogar „überaus günstig“.

Hohe Rendite, hohes Risiko

Seit Ende April wurden allein fünf offene Hotel-Immobilienfonds, so genannte Reits, im Wert von mehr als 10 Mrd. Dollar von der Börse genommen. Der Finanzinvestor Lightstone Group übernahm im Juni für 8 Mrd. Dollar die privat geführte Gruppe Extended Stay Hotels von Blackstone. Darüber hinaus akzeptierte der Luxus-Hotelbetreiber Four Seasons bereits im Februar eine gut 3 Mrd. Dollar schwere Übernahmeofferte einer Investorengruppe um US-Milliardär Bill Gates. Branchenexperten erklären den Boom damit, dass die Investoren mit Hotels eine schnelle Rendite erzielen können, weil sie höhere Margen abwerfen als etwa gewerbliche Immobilien.

Auf der anderen Seite ist das Geschäft auch deutlich riskanter: „Die Zukunft des Hotelbranche ist sehr schwer vorauszusehen, weil sie auf 24-Stunden-Mietverträgen basiert“, warnt Ernst & Young-Berater Lunt. Ein überraschender Abschwung ist jederzeit möglich: So brachten die Terroranschläge von New York im September 2001 die Geschäfte über Nacht ins Wanken. Die Hotels brauchten dann Jahre, um sich von diesem Schock zu erholen. Inzwischen erlebt die Branche im Zuge der brummenden Weltkonjunktur einen neuen Boom, der Experten zufolge eine Zeit lang anhalten könnte. Seit einigen Jahren sind Hoteliers in der Lage, ihre Zimmerpreise wegen hoher Gästezahlen kontinuierlich zu erhöhen – insbesondere in den USA.

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