Boeing-Gewinn steigt Sparkurs zahlt sich für Airbus-Konkurrenten aus

Ein verschärfter Sparkurs gepaart mit gesteigerter Produktivität bedeutet eine kräftige Gewinnzunahme für Boeing. Der Flugzeughersteller verzeichnet gleichzeitig aber einen Umsatzrückgang. Der Grund ist einfach.
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Der Umsatz des Flugzeugherstellers sinkt, aber der Gewinn steigt. Quelle: AFP
Boeing

Der Umsatz des Flugzeugherstellers sinkt, aber der Gewinn steigt.

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BangaloreDer Airbus-Konkurrent Boeing profitiert von Kosteneinsparungen und einer verbesserten Produktivität. Im ersten Quartal kletterte der Überschuss um 19 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar, wie der US-Flugzeughersteller am Mittwoch mitteilte. Das Unternehmen hat seinen Sparkurs verschärft und Stellen gestrichen. Zudem wurde die Produktivität in den Werken gesteigert.

Der Umsatz sank dagegen um 7,3 Prozent auf 20,98 Milliarden Dollar. Boeing begründete den Rückgang bei den Erlösen mit der gesunkenen Zahl der Auslieferungen. Im Berichtszeitraum übergaben die Amerikaner 169 (Vorjahreszeitraum: 176) Maschinen an die Kunden.

Für das Gesamtjahr erhöhte Boeing seine Gewinnprognose um zehn Cent auf 10,35 bis 10,55 Dollar je Anteilsschein. Grund sei vor allem ein niedrigerer Steuersatz. Boeing-Aktien verloren vorbörslich 1,6 Prozent.

Vom Bootsschuppen zum Luftfahrt-Giganten
Erste Anfänge im Schuppen
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In Seattle im US-Bundesstaat Washington wollte William Boeing eine Jacht bauen. Doch dann entdeckte der Unternehmer seine Faszination für das Fliegen und funktionierte das Gebäude kurzerhand zur Flugzeugfabrik um. Das sollte sich als gute Idee erweisen: Heute ist Boeing Weltmarktführer. Der legendäre „Red Barn“ – der erste Werksschuppen – steht im Luftfahrtmuseum von Seattle.

100.000 Dollar Startkapital
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Vor hundert Jahren – am 15. Juli 1916 – gründete Boeing mit einem Startkapital von 100.000 Dollar die Pacific Aero Products Company. Damit war die Basis für Boeings Flug- und Raumfahrt-Imperium gelegt, das zuletzt einen Börsenwert von fast 82 Milliarden Dollar hatte. Was wenig bekannt ist: Auch deutscher Pioniergeist spielte eine wichtige Rolle bei dieser Geschichte. Boeings Wurzeln liegen in Westfalen.

William Boeing
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Im Jahr 1868 brach der deutsche Auswanderer Wilhelm Böing von Hohenlimburg bei Hagen im Sauerland nach Amerika auf, um dort sein Glück als Unternehmer zu versuchen. Er gründete einen Holzhandel und verdiente genug Geld, um seinen Sohn William auf Privatschulen und die Eliteuni Yale zu schicken.

„Königin der Lüfte“
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Aus dem deutschen Namen Böing entstand das amerikanische Boeing – das zum Synonym für das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt wurde. Mit dem Jumbo-Jet 747, „Königin der Lüfte“ genannt, schuf Boeing Ende der 1960er Jahre das jahrzehntelang größten Passagierflugzeug der Welt – und machte damit Fernreisen für Normalbürger überhaupt erschwinglich.

Konkurrenzdruck macht Boeing zu schaffen
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Doch im Jubiläumsjahr steht der Konzern, der stark von US-Rüstungsaufträgen profitiert und dessen Historie auch dunkle Kapitel wie den verheerenden Atombomben-Abwurf auf Hiroshima durch einen Boeing-B-29-Bomber umfasst, vor Herausforderungen. Der Konkurrenzdruck durch den Erzrivalen Airbus macht den Amerikanern zu schaffen. Anleger blickten zuletzt eher bange in die Zukunft, die Boeing-Aktie hat seit dem Jahresbeginn knapp zehn Prozent eingebüßt.

Gleichwertiger Konkurrent
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Wurde Airbus in den 1970er Jahren noch belächelt, haben sich die Europäer längst zum gleichwertigen Konkurrenten aufgeschwungen. Nach dem ersten Passagier- und Frachtjet A300 setzte Airbus Ende der 1980er Jahre mit der A320-Modellfamilie auf den wichtigen Markt der Mittelstreckenjets–- und machte der Boeing 737 Konkurrenz.

Zwei Riesen im Sinkflug
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Im neuen Jahrtausend musste der Jumbo-Jet seine Rolle als weltgrößtes Passagierflugzeug an die A380 von Airbus abgeben – doch heute befinden sich gleich beide Riesen im Sinkflug. Von der neuesten Jumbo-Generation 747-8 sollen wegen mangelnder Neuaufträge ab September nur noch sechs Maschinen pro Jahr ausgeliefert werden.

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