Boeing-Prestigeflieger
Dreamliner droht Verbannung auf Kurzstrecken

Der Dreamliner darf bald wieder abheben. Allerdings könnte die US-Flugaufsicht den Langstreckenflieger zunächst auf Kurzstrecken verbannen, um die neue Batterie zu testen. Für Boeing wäre das ein Desaster.
  • 2

WashingtonDas Drama um den Dreamliner ist für Boeing noch lange nicht vorbei. Auch wenn der Prestigeflieger bald seine Starterlaubnis wieder zugesprochen bekommt, dürfte bei dem US-Flugzeugbauer von Normalität noch lange keine Rede sein. Experten zufolge droht dem Langstreckenjet zunächst die Verbannung auf die Kurzstrecke. Um sicherzustellen, dass das neue Batteriesystem der Boeing 787 auch wirklich funktioniert, könnte die US-Flugaufsicht FAA die Reichweite deutlich begrenzen. Damit wären Routen wie über See, für die der Dreamliner eigentlich konzipiert ist, tabu. Für Boeing und die Airlines würde dies ein herber Rückschlag sein.

Es sei gut möglich, dass die US-Flugsicherung Boeing die Starterlaubnis nur mit Einschränkungen erteile, sagt ein früherer hochrangiger US-Regierungsvertreter. Auch in Japan wird damit gerechnet, dass die sogenannten Etops (Extended Range Operation with Two-Engine Aeroplanes) beschnitten werden, wie es in Kreisen der dortigen Aufsicht heißt. Der Airbus-Rivale hat die meisten der 50 bereits ausgelieferten Dreamliner nach Japan verkauft. Die zwei Fluggesellschaften des Landes hatten an Bord Probleme mit den Akkus, einer fing sogar Feuer.

Seit Mitte Januar sind alle Maschinen diesen Typs am Boden. „Sollte die FAA nur Überland-Flüge erlauben, könnte das bei Boeing großen Schaden anrichten", sagt Luftfahrt-Analyst Scott Hamilton von Leeham. „Je nach Dauer der Einschränkungen, unterwandert das das Geschäftsmodell der 787." Bislang kostet Boeing die Zwangspause des Dreamliner bereits 450 Millionen Dollar an verlorenen Einnahmen und Schadenersatzzahlungen an Fluggesellschaften. Beides könnte bei weiteren Rückschlägen steigen. Nicht zu verachten ist auch der Imageschaden.

Seite 1:

Dreamliner droht Verbannung auf Kurzstrecken

Seite 2:

Fluggesellschaften müssten die größte Last tragen

Kommentare zu " Boeing-Prestigeflieger: Dreamliner droht Verbannung auf Kurzstrecken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zwei Stunden Testflug und dann ist alles gut? Puh.

  • Wenn irgendein Dreamliner wegen Batterie-Problemen abstürzt hat die Zulassungsbehörde ein Problem. Das wollen Erbsenzähler natürlich nicht hören. Einwände von Ingenieuren werden meist als „Perfektionsstreben“ und zu teuer abgelehnt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%