Börsen-Chef Seifert hat Lage falsch eingeschätzt: Der unterschätzte Königsmacher

Börsen-Chef Seifert hat Lage falsch eingeschätzt
Der unterschätzte Königsmacher

Vielleicht hätte sich Deutsche Börse-Chef Werner Seifert einmal mit Min-Gyun Hong unterhalten sollen. Der Koreaner pflegt beim Baukonzern Hanshin Construction die Kontakte zu den Investoren. Hong spricht regelmäßig mit seinem Großaktionär, dem Hedge-Fonds TCI.

Die Briten sind mit sieben Prozent zweitgrößter Aktionär von Hanshin. Die Manager aus London seien höflich und stellten viele Fragen zur Strategie. Einmal habe ein Abgesandter von TCI sogar die Firma in Seoul besucht. Hong sagt: „TCI ist ein normaler Investor, weder gut noch schlecht.“

Bei Seifert klang es anders. Er sprach stets verächtlich über die Hedge-Fonds. So lästerte er erst kürzlich über TCI als Aktionäre, „die sich erst mit den Medien unterhalten und dann mit dem Management“. Dabei ist es das erste Mal, dass die Opposition bei einer geplanten Übernahme von Hedge-Fonds ausgeht. Normalerweise zwingen die Fonds Unternehmen nur über den Kauf und Verkauf von Aktien zum Handeln. Dass sie öffentlich in die Unternehmenspolitik eingreifen, ist neu.

Manager der Deutschen Börse räumen ein, dass sie mit Kritik von dieser Seite nicht gerechnet haben. Hinzu kommt, dass Seifert die Lage falsch einschätzte: TCI und der US-Hedge-Fonds Atticus standen nicht allein mit ihrer Kritik am eigenmächtigen Management der Deutschen Börse. Sie hatten sich nur an die Spitze der Bewegung gesetzt und wussten etablierte Institutionen wie Fidelity und Merrill Lynch hinter sich. Die Mehrheit der Aktionäre fürchtete, dass Seifert sich auf einen teuren Zweikampf mit der Euronext einlassen würde.

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