"Börsengang 2005 kein Pflicht"
Mehdorn kündigt weitere Reformen bei der Bahn an

Auf einen genauen Zeitpunkt ihres Börsengang will sich die Deutsche Bahn nicht festlegen. „Wir sagen (...) nicht, dass die Bahn 2005 an die Börse muss“, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn dem Mitgliedermagazin „inform“ der Bahn-Gewerkschaft Transnet. Ein Börsengang sei insgesamt aber richtig und wichtig.

HB BERLIN. Mehdorn hat wiederholt erklärt, die Bahn bis 2005 börsenreif zu machen. Der Bahn-Chef kündigte in dem Magazin zudem weitere Reformen an, nannte aber keine Details.

Mehdorn habe angekündigt, mit dem Bund zu verhandeln, ob die Bahn verstärkt den freien Kapitalmarkt nutzen könne, teilte Transnet weiter mit. Zudem habe er erklärt, das Unternehmen müsse in der Lage sein, Kredite aufnehmen und bedienen zu können. Das bedeute für Mehdorn die Kapitalmarktfähigkeit. Vor 2005 sei ein Börsengang aber nicht möglich.

Zu weiteren Reformen kündigte Mehdorn dem Magazin zufolge eine Strategie „Bahn 2020“ an. „Das Unternehmen braucht jetzt neue Ziele“, sagte der Bahn-Chef. Das bedeute keinen kompletten Kurswechsel, „aber Sicherung der Kontinuität für eine stabile Zukunft im Verkehrsmarkt“. Ein gutes Gerüst dazu sei der Bundesverkehrswegeplan. Hier habe die Bahn das eingebracht, was in den kommenden Jahren nötig sei. Dazu zähle vor allem eine „Entmischung und Harmonisierung der Verkehre“. Engpässe und Lücken müssten beseitigt werden. Der Verkehrswegeplan sei aber nur eine Orientierung für langfristige Ziele.

Mitte Dezember hatte der Bahn-Beirat dafür plädiert, den Sanierungskurs mit einem Börsengang abzuschließen, was bis 2005 für möglich gehalten wurde. Im europäischen Wettbewerb sei eine breitere Eigenkapitalbasis von zentraler Bedeutung für weiteres Wachstum, hatte es geheißen. Unter Kontrolle des Kapitalmarktes sollten wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und ein kundenorientiertes Angebot eine solide Ertragskraft sichern.

Nach der Lufthansa, Deutscher Telekom und Deutscher Post ist die Bahn der größte noch zu privatisierende deutsche Staatskonzern. Ende 2002 beschäftigte die Bahn rund 210.000 Mitarbeiter und setzte knapp 18,7 Milliarden Euro um. Über den Börsengang des Unternehmens wird seit langem nachgedacht.

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