Börsengang
Bahn peilt wieder den Börsengang an

Der umstrittene Börsengang der Deutsche Bahn könnte nach den Worten von Unternehmenschef Rüdiger Grube bereits im nächsten Jahr wieder auf der Tagesordnung stehen.

HB BERLIN. Die Deutsche Bahn will ihre umstrittenen Börsenpläne möglicherweise bereits nächstes Jahr wieder aufnehmen. „Angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise macht der Gang an die Börse derzeit keinen Sinn. Wenn es 2010 oder 2011 hoffentlich wieder bergauf geht, sieht das aber anders aus“, sagte der neue Bahn-Chef Rüdiger Grube der Zeitung „Bild am Sonntag“. Der Börsengang sei kein Selbstzweck. Um international investieren zu können, benötige ein weltweit führendes Transport- und Logistikunternehmen Geld. Daher müsse die Bahn den Schritt als Option erhalten, machte Grube deutlich. Vor allem aus Linkspartei und Teilen der SPD waren zuletzt Forderungen laut geworden, den Börsengang auf Dauer abzusagen und die internationale Expansion zu bremsen.

Die Wirtschaftskrise bekommt die Bahn besonders im Güterverkehr zu spüren. „Den Güterverkehr auf der Schiene trifft die Krise mit voller Wucht“, sagte Grube. Wegen der Auftragseinbrüche wichtiger Kunden aus den Branchen Auto, Stahl, Kohle und Chemie habe die Bahn in diesem Jahr in der Sparte bislang einen Rückgang von 24 Prozent zu verkraften. Gegensteuern will der Bahn-Chef mit Sparmaßnahmen. „Wir setzen uns intensiv mit dem Thema Kostenstrukturen auseinander. Denn ich will, dass dieser Bereich trotz der Krise wirtschaftlich bleibt.“

Staatliche Hilfe lehnt Grube indes ab. „Die Bahn muss auch in der Krise ein wirtschaftlich profitables Unternehmen sein. Ich werde dafür sorgen, dass die Deutsche Bahn nicht zum Staat gehen und um Hilfen bitten muss“, sagte er.

Dagegen fordert Grube eine Befreiung seines Unternehmens von der Mehrwert- und Treibstoffsteuer. Auch Fluggesellschaften müssten keine Mehrwertsteuer zahlen und auf Kerosin werde keinerlei Treibstoff-Steuer erhoben. „Die Bahn ist das umweltfreundlichste Verkehrssystem von allen, wird aber erheblich benachteiligt“, sagte Grube. Er werde für eine Gleichbehandlung der Bahn kämpfen. Dadurch könne ein deutlich höherer Anteil des Güterverkehrs auf die Schiene verlagert und der Straßenverkehr entlastet werden. Zugleich versprach Grube, dass sich Aktionen wie die Datenüberprüfung von Mitarbeitern oder verdeckte PR-Maßnahmen unter seiner Ägide nicht wiederholen werden. „Hier wird lückenlos, unverzüglich und bedingungslos aufgeklärt“, sagte er. „Ähnliche Aktionen wird es unter meiner Führung bei der Bahn nicht geben.“ Grubes Vorgänger Hartmut Mehdorn war über die Datenaffäre und die Überwachung nahezu der gesamten Belegschaft gestürzt.

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