Börsengang
Die Bahn drückt aufs Tempo

Nach der politischen Entscheidung für den Börsengang stehen die Deutsche Bahn und die sie dahin begleitenden Banken und Behörden unter massivem Zeitdruck. Doch bevor die Aktie – wie geplant – im November an der Frankfurter Börse platziert werden kann, muss der Konzern vor dem üblichen Emissionsverfahren erst einmal umstrukturiert werden.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Dies wird notwendig, weil die Politik lediglich die Transport- und Dienstleistungsbereiche bis zu 24,9 Prozent privatisieren will. Die Infrastruktur mit Netz, Stromversorgung und Bahnhöfen soll in staatlicher Hand bleiben.

Wie Insider berichten, hat die Bahn bereits im Februar begonnen, den Konzern rein rechnerisch auseinander zu dividieren. So sei sie schon in den nächsten Tagen in der Lage, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) die Als-Ob-Bilanzen der vergangenen Jahre für die zur Privatisierung vorgesehenen Konzernteile vorzulegen.

Die neue, für die Teilprivatisierung vorgesehene Firma soll unter dem existierenden Firmenmantel der Stinnes AG entstehen. Diese hatte die Bahn vor Jahren von Eon mit dem Kauf des Logistikkonzerns Schenker erworben und unter diesem Dach bereits die Transport- und Logistik-Aktivitäten angesiedelt. Nun sollen auch die Gesellschaften des Personenverkehrs, DB Fernverkehr, DB Regio und DB Stadtverkehr, dort eingebracht werden. Es wäre sinnvoll, wenn bereits zum Halbjahres-Abschluss am 30. Juni das an die Börse gehende Unternehmen existieren würde, heißt es in Finanzkreisen. Die Bahn strebe an, Mitte Mai einen Hauptversammlungsbeschluss zur Gründung der künftigen börsennotierten DB Mobility & Logistics herbeizuführen, und wolle den Handelsregister-Eintrag spätestens am 2. Juni erreichen.

Parallel dazu läuft die Auswahl des Emissionskonsortiums für die mit rund fünf Mrd. Euro größte Aktienplatzierung seit dem Börsengang der Deutschen Post Ende 2000 mit einem Volumen von 5,8 Mrd. Euro. Die Fragebögen sind am vergangenen Mittwoch an die Interessenten für ein Börsengangsmandat geschickt worden. Nach einer Woche erfolgt eine Vorauswahl durch die Bahn, die von der Investmentbank Rothschild bei ihrem Börsengang beraten wird. In rechtlichen Fragen steht der Bahn die Sozietät Freshfields Bruckhaus Deringer zur Seite.

Für die Position als globaler Koordinator für den Börsengang werden Morgan Stanley und Deutscher Bank die besten Chancen eingeräumt. Mit im Rennen ist zudem die Citibank, die von den Kontakten des ehemaligen KfW-Chefs Hans Reich profitiert. Credit Suisse versucht, mit der Hilfe von Klaus Scheurle-Dieter zu punkten, dem Ex-Präsidenten der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post. Merrill Lynch will mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten aus Baden-Württemberg Lothar Späth ein Mandat gewinnen, und Goldman hat traditionell gute Beziehungen zu Berlin. Außerdem macht Lehman Brothers mit dem ehemaligen Staatsminister im Bundeskanzleramt, Hans Bury, -Martin von sich reden. Auch UBS versucht, ganz vorne zu landen.

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