Börsengang von Coty-Parfüm
Deutscher Milliardärs-Clan macht Kasse

Wer Düfte von Beyoncé, Marc Jacobs oder Jennifer Lopez kauft, der greift zu einem Produkt von Coty. Die Nummer zwei der Branche gehört mehrheitlich der deutschen Familie Reimann. Die hat nun einige Anteile verkauft.
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New YorkDie deutsche Milliardärsfamilie Reimann hat beim Börsengang ihrer Parfümfirma Coty in New York abgesahnt. Sie verkaufte Anteile im Wert von 762 Millionen Dollar (571 Millionen Euro). Coty ist eine Größe in der Branche. Das Unternehmen steckt hinter Düften von Calvin Klein, Davidoff, Madonna, Joop oder Heidi Klum und stellt darüber hinaus Kosmetik und Körperpflegeprodukte her unter Marken wie Manhattan und Adidas. Im vergangenen Geschäftsjahr machte Coty einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar.

Die Aktien gingen zum Stückpreis von 17,50 Dollar an Investoren, wie Coty am späten Mittwoch (Ortszeit) mitteilte. Damit lag der Preis im angedachten Rahmen. Der Handel mit den Papieren sollte am Donnerstag beginnen. Auch die beiden Geschäftspartner Rhône Capital und Berkshire Partners trennten sich von Anteilen, so dass der Börsengang insgesamt 1 Milliarde Dollar schwer ausfiel. Es ist damit eine der größten Neuemissionen des Jahres an der New York Stock Exchange.

Coty wurde 1904 gegründet, 1992 stiegen die Reimanns ein. 2012 rückte die Parfümfirma kurzzeitig durch den Versuch, den US-Kosmetikkonzern Avon zu übernehmen, ins Licht der Öffentlichkeit. Das Geschäft scheiterte jedoch. Danach forcierten die Reimanns einen Börsengang von Coty. Die Familie wird über ihre Holding JAB allerdings auch weiterhin die Kontrolle über das Unternehmen haben: Sie besitzt dank besonderer Aktien knapp 85 Prozent der Stimmrechte.

Der Börsengang erlaubt der Familie allerdings, langfristig auf einfache Weise bei Coty auszusteigen. Die als verschwiegen geltende Familie lotet immer neue Möglichkeiten aus, ihr Geld anzulegen. Im April kündigten die Reimanns an, den niederländischen Kaffeeröster und Senseo-Hersteller D.E Master Blenders für rund 7,5 Milliarden Euro kaufen zu wollen. Erst am Mittwoch erhielten sie dafür von der EU das nötige wettbewerbsrechtliche Okay.

Die Ursprünge des milliardenschweren Firmenimperiums reichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals bauten Johann Adam Benckiser und Karl Ludwig Reimann in Ludwigshafen eine Chemiefabrik auf. Noch heute hält die Familie eine Minderheitsbeteiligung an dem deutsch-britischen Konsumgüterkonzern Reckitt Benckiser, der die Hautpflege Clearasil, die Haftcreme Kukident oder den Wasserenthärter Calgon herstellt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hallo, mein Name ist Alexander Bonke und studiere derzeit Wirtschaftsingenieurwesen.

    Ich lese gerne das Handelsblatt, aber es ist nicht ok, wenn man Überschriften wählt, die auch im Berliner Kurier oder sonstigen Käseblättern anzutreffen wäre. Deshalb stimme ich meinen drei Vorrednern zu! Danke.

    Mit freundlichen Grüßen >> an die Handelsblattredaktion

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    Oliver Stock, Chefredakteur Handelsblatt Online

    Kommentar:
    Herr Stock, ihre Redakteure sollten auch bei der Wahl ihrer Überschriften fair bleiben.

  • Danke !
    Ich stimme Ihnen voll und ganz zu.
    Aber neuerdings räumt man linksradikalen Sozialisten wie Wagenknecht ja auch Platz für einen Gastbeitrag frei.

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