Börsenkurs sinkt trotz Gewinnanstieg
Anleger begutachten Air France-KLM mit Skepsis

Die Fluggesellschaft Air France -KLM hat dank eines Wachstums im Passagiergeschäft den Betriebsgewinn unerwartet kräftig gesteigert. Trotzdem verlor die Aktie - denn die Anleger beäugen das geplante Bündnis mit der angeschlagenen Alitalia mit Skepsis. Doch damit nicht genug: Die Airline will angeblich zusätzlich bei einem weiteren Konkurrenten an Bord gehen.

HB PARIS. Operativ legte das Ergebnis trotz eines Streiks des Kabinenpersonals im dritten Geschäftsquartal (per Ende Dezember) um 23 Prozent auf 311 Mill. Euro zu, wie die nach Umsatz weltgrößte Fluggesellschaft am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz wuchs um 3,9 Prozent auf 5,97 Mrd. Euro. Netto ging der Gewinn allerdings überraschend stark um 39 Prozent auf 139 Mill. Euro zurück. Am Markt herrschten zuletzt Sorgen, der von den USA ausgehende Konjunkturabschwung könne sich auf die Ergebnisse der Fluggesellschaften niederschlagen. Der Streik grenzte das Wachstum bei den verkauften Passagierkilometern auf 1,9 Prozent ein. Die wichtige Kennzahl drückt aus, wie weit die Passagiere geflogen sind, was wiederum für den Umsatz entscheidend ist. Denn auf den Langstrecken springt für die Fluggesellschaften mehr Gewinn heraus. An seinen Zielen für das Gesamtjahr hielt Air France -KLM fest. Europas größter Billigflieger Ryanair hatte Anfang Februar mit einem Gewinneinbruch und einem skeptischen Ausblick wegen unverändert hoher Ölpreise unangenehm überrascht. Air-France-Rivale British Airways konnte dagegen trotz steigender Kerosinkosten seinen Gewinn in den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres um fast 30 Prozent steigern. Die Fluggesellschaft warnte allerdings, dass die steigenden Kerosinkosten immer schwerer in den Griff zu bekommen seien.

Die Aktie gab bis zum Mittag rund 2,5 Prozent nach. Vor allem weil sich die Anleger wegen der Auswirkungen eines Bündnisses mit der angeschlagenen Fluggesellschaft Alitalia sorgten, verlor das Papier in diesem Jahr bereits rund 20 Prozent. Air France -KLM führt derzeit exklusive Übernahmegespräche mit Alitalia.

Medienberichten zufolge will Air France -KLM bei einer Fusion unter den großen US-Fluggesellschaften mit an Bord gehen. Europas größter Anbieter wolle sich finanziell am möglichen Zusammenschluss von Delta Air Lines und Northwest beteiligen, meldete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag. Die drittgrößte US-Gesellschaft Delta und die Nummer fünf Northwest würden gemeinsam zum weltweiten Branchenführer aufsteigen. Eine Einigung gilt als greifbar nahe.

Air France -KLM wolle sich mit rund einer Milliarde Dollar in bar beteiligen, berichtete die Zeitung "USA Today". Zudem sollen laut dem Blatt die knapp 12 000 Piloten von Delta und Northwest einen Anteil von mindestens fünf Prozent bekommen. Beide Gesellschaften gehören wie Air France -KLM zum Luftfahrtbündnis SkyTeam. Über eine Beteiligung der Europäer war bereits mehrfach spekuliert worden.

Ebenfalls in Gesprächen sind die zweitgrößte US-Fluggesellschaft United Airlines, Partner der Deutschen Lufthansa, und die Nummer vier Continental. Dieses Paar wäre wiederum noch größer als Delta -Northwest. Die Wettbewerbshüter müssten allen Fusionen zustimmen.

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