Börsenstart
Schwerer Gang für Tui Travel

Das Attentat des 11. September 2001 traf die Touristikbranche hart. Auch das Reiseverhalten vieler Urlauber hat sich geändert: Kunden buchen zunehmend Billigflieger und suchen sich ihre Hotels im Internet – auch Tui Travel und Thomas Cook haben zu kämpfen. Am Montag fiel an der Londoner Börse der Startschuss für die Tui Travel plc.

ek HB DÜSSELDORF. Die Aktie von Tui Travel startete am Montag mit einem Kurs von 302 britischen Pence. Nach zwei Handelsstunden lag der Kurs der Tochtergesellschaft der Hannoveraner TUI bei 293 Pence.

Der Börsengang fällt in eine für die Touristikbranche schwierige Phase. Wie sehr die Touristikunternehmen zu kämpfen haben, zeigt das Beispiel des europäischen Branchenzweiten Thomas Cook. Er ist seit dem 19. Juni an der Londoner Börse notiert und legte am vergangenen Freitag eine Zwischenbilanz vor, die ein Analyst als „pessimistisch“ kommentierte. Darin heißt es wenig konkret, der Vorstand sei überzeugt, dass die Finanzergebnisse für das Gesamtjahr 2007 „im Rahmen der Erwartungen ausfallen werden“.

Thomas Cook ist aus der Fusion des Reiseveranstalters Neckermann und der Fluggesellschaft Condor hervorgegangen. Die Firma gehörte seit Anfang des Jahres ausschließlich dem Karstadt-Quelle-Konzern, der sich jetzt Arcandor nennt. Für den Börsenstart in London ging das ursprünglich in Oberursel ansässige Unternehmen nach London, nachdem es sich mit dem britischen Touristikunternehmen My Travel zusammengeschlossen hatte.

Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff bleibt zwar optimistisch, dass Thomas Cook in diesem und im nächsten Jahr seine Ziele erreicht. Der Konzern habe nach dem Börsengang seine Kapazitäten im schwierigen Markt Großbritannien um fünf Prozent reduziert, heißt es in dem Vorstandbericht. Allerdings wird darauf hingeweisen, dass in Kontinentaleuropa die Buchungen für die in der Branche alles entscheidende Sommersaison um sechs Prozent hinter dem Vorjahr zurücklägen; im größten Markt Deutschland bleibe das Umfeld „wie erwartet schwierig“.

Für das Winterhalbjahr hatte der deutsche Cook-Statthalter Peter Fankhauser bereits vor Wochen bei der Hauptmarke Neckermann Preissenkungen für den Winter um vier Prozent angekündigt. Tui-Deutschlandchef Volker Böttcher hatte darauf hin die Branche vor einem Preiskrieg gewarnt.

Seit dem Börsenstart mit einem Kurs von 331 Pence befindet sich die Aktie von Thomas Cook tendenziell auf Talfahrt und pendelte sich am Freitagmittag bei 282 Pence ein. Auch die Tui ist nicht vom Erfolg verwöhnt. Zwar hatte Deutschland-Chef Böttcher Ende Juli erklärt, „wir wachsen in allen Segmenten“. Doch wie der Sommer tatsächlich ausfalle, lasse sich erst zum Saisonende im Herbst feststellen. Vor drei Wochen legte Tui eine magere Halbjahres-Bilanz vor, in der das Spartenergebnis tiefrot ausfiel. Das führt die Tui besonders auf den schlechten Start der zum Jahresbeginn eingerichteten Konzernfluglinie Tuifly zurück, die aus der Ferienfluglinie Hapagfly und dem Billigflieger HLX hervorging.

Angesichts dessen werden Investoren die Entwicklung des Börsenneulings Tui Travel mit Argusaugen verfolgen. Allerdings ist der britischen Partners First Choice einer der renditestärksten Reiseunternehmen in Europa. In Tui Travel sind der britische Reiseveranstalter First Choice Holidays und die touristischen Aktivitäten der Tui AG vereint. Europas größter Reiseveranstalter hat mit 51 Prozent die Mehrheit an dem Joint Venture.

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