Börsianer erzürnt
Karstadt Kompakt nabelt sich von Karstadt ab

Der Essener Handelskonzern Karstadt-Quelle wird seine im vergangenen Jahr verkauften kleineren Warenhäuser künftig nicht mehr mit billigen Eigenmarken beliefern. Das Unternehmen schätzt den Verlust von Umsatz und Gewinn jedoch als gering ein. Die Börsianer sehen das offenbar anders.

HB DÜSSELDORF. Aufgrund des Wegfalls des Geschäfts gebe Karstadt-Quelle ein Umsatzvolumen von knapp 90 Mill. Euro ab, sagte am Donnerstag ein Unternehmenssprecher. Unter dem Strich verliere Karstadt-Quelle einen Gewinn im einstelligen Millionen-Euro-Bereich. Karstadt-Quelle werde die Kaufhäuser mindestens noch im kommenden Jahr weiter mit Markenherstellern beliefern, nicht aber mit Eigenmarken, erläuterte der Sprecher. Insgesamt kam KarstadtQuelle im vergangenen Jahr auf einen bereinigten Umsatz von 15,45 Mrd. Euro.

Er reagierte mit seiner Aussage auf eine Meldung der Tageszeitung „Die Welt“. Das Blatt hatte berichtet, das Einkaufsvolumen von Karstadt Kompakt im Textilbereich liege bei rund 200 Mill. Euro im Jahr. Karstadt-Quelle hatte im vergangenen Jahr 74 kleinere Warenhäuser an Finanzinvestoren verkauft.

Die Börse strafte Karstadt-Quelle für den Umsatzwegfall ab. Der Kurs ging um mehr als 7 Prozent zurück, während der Gesamtmarkt nur knapp 2 Prozent verlor.

„Mit dem Verkauf von Karstadt Kompakt hat ein von uns initiierter Abnabelungsprozess begonnen“, betonte der Karstadt-Quelle-Sprecher. Das Unternehmen habe sich in seiner Funktion als Großhändler bei Karstadt Kompakt nicht um die Belieferung mit preisgünstigen Textilien beworben. Die Sortimente der beiden konkurrierenden Textilanbieter müssten sich künftig deutlicher unterscheidenm. Das sei schon bei der Trennung von den kleineren Häusern geplant gewesen. Mit Markentextilien würden die Kompakt-Warenhäuser aber weiterhin beliefert.

Die an britische Investoren verkauften Warenhäuser hätten noch bis 2009 das Recht, Karstadt-Eigenmarken zu verkaufen, wollten aber ihre eigene Markenstrategie aufbauen. Karstadt selbst will künftig höherwertige Textilien unter ihren eigenen Marken vertreiben. „Das hängt auch mit dem Joint Venture mit Li & Fung zusammen“, sagte der Konzern-Sprecher. Karstadt-Quelle hatte Ende Mai angekündigt, dass das chinesische Unternehmen als Dienstleister weltweit den Import für die Marken Karstadt, Quelle, neckermann.de und die Spezialversender übernehme.

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