Bonner Konzern bestätigt Kaufverhandlungen - Britische Logistikgruppe ist fünf Milliarden Euro wert
Post will mit Exel auf Platz 1 in der Welt

Die Deutsche Post steht vor ihrem größten Schritt auf dem internationalen Logistikmarkt. Der Konzern teilte am Donnerstag mit, dass „Gespräche hinsichtlich eines möglichen Übernahmeangebots“ mit der britischen Exel plc. aufgenommen wurden. Die Verhandlungen seien aber noch in einer frühen Phase, und ihr Ausgang sei offen.

Hb DÜSSELDORF/LONDON. Post-Chef Klaus Zumwinkel bestätigte damit eine seit Monaten anhaltende Spekulation an der Londoner Börse. Die Exel-Aktie ist seit Jahresbeginn um fast 40 Prozent gestiegen. Der Kurs sprang gestern um 15 Prozent auf 1 156 Pence. Analysten sehen den Kaufpreis bei 1 200 Pence je Aktie.

Die Post-Aktie war gestern mit einem Minus von über drei Prozent der Verlierer bei den Dax-Werten an der Börse. Exel wäre eine große Transaktion für die Post, meinte Nils Machemehl, Analyst von M.M. Warburg. Inklusive einer Prämie könnte sich der Kaufpreis auf fünf Mrd. Euro belaufen. Dies wäre die größte Übernahme in der Geschichte der Post. Für den Expressdienst DHL hat die Post 2,4 Mrd. Euro bezahlt. Machemehl hält den Kauf aber für finanzierbar.

Im Halbjahresbericht weist der Konzern liquide Mittel von über vier Mrd. Euro aus. Auf der Hauptversammlung hatte sich Zumwinkel außerdem die Ausgabe von bis zu 250 Millionen neuer Aktien absegnen lassen, die einen Marktwert von rund fünf Mrd. Euro haben. Damit könnte die Post die Übernahme von Exel fast vollständig mit eigenen Aktien bezahlen und würde die eigene Liquidität nicht belasten.

Exel bietet als Kontraktlogistiker weltweit Transport- und Logistiklösungen für Großkunden von der Lagerhaltung bis zur zeitgenauen Lieferung. Stark vertreten ist Exel in den USA und Asien. Allein deshalb wäre Exel eine gute Ergänzung für DHL Solution. In diesen Regionen ist die Post-Tochter noch schwach vertreten. Exel ist mit einem Anteil von vier Prozent Marktführer in der Kontraktlogistik vor TNT mit drei Prozent. DHL Solution folgt mit einem Prozent auf Platz fünf. Exel gilt als breit aufgestellt, versorgt Läden mit Lebensmitteln und Krankenhäuser mit Medikamenten oder Autohersteller mit Zulieferteilen. Daneben hat Exel Standbeine in der Luft- und Seefracht.

Der britische Logistiker mit Sitz im südenglischen Bracknell ist selber durch eine schnelle Abfolge von Akquisitionen zum globalen Anbieter gewachsen. Für das Unternehmen arbeiten 111 000 Menschen in 135 Ländern. Der Umsatz dürfte im laufenden Jahr zehn Mrd. Euro überschreiten. Im ersten Halbjahr meldete Exel einen Gewinnsprung um 55 Prozent auf 251 Mill. Euro.

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