Bonuskartenbetreiber sucht Punktesammler in Asien
Lufthansa versilbert Payback-Anteile

Der größte deutsche Bonuskartenbetreiber Payback wechselt den Besitzer. Nach Handelsblatt-Informationen aus Verhandlungskreisen wird die Lufthansa ihren 52,6-Prozent-Anteil am Payback-Betreiber Loyalty Partner verkaufen und damit den Weg für eine Auslandsexpansion des Unternehmens ebnen.

HB FRANKFURT. Gemeinsam mit dem neuen Finanzinvestor Palamon Capital Partners, der rund 60 Prozent der Anteile übernehmen soll, plane Payback-Gründer Alexander Rittweger den Aufbau eines Bonuskartenprogramms in einem asiatischen Markt, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Das britische Private-Equity-Haus Palamon sei auf Beteiligungen von Wachstumsfirmen spezialisiert und verfüge aktuell über ein Fondsvolumen von rund einer Mrd. Euro, hieß es in den Kreisen.

Der frühere Lufthansa-Berater Rittweger hatte Payback im März 2000 gegründet. Aus seiner Idee, die Anziehungskraft des Vielfliegerprogramms Miles & More auf ein branchenübergreifendes Rabattsystem zu übertragen, wurde innerhalb von fünf Jahren das am weitesten verbreitete Kundenbindungsmittel in Deutschland. Einer aktuellen Umfrage der Marktforschungsfirma Imas zufolge nutzen derzeit 57 Prozent aller deutschen Verbraucher das Rabattprogramm: Damit hat Payback seinen von Karstadt-Quelle und Telekom gesteuerten Verfolger „Happy Digits“ klar distanziert: Er kam bei der jüngsten Befragung auf eine Reichweite von 24 Prozent. Mit 13 Prozent folgt die „Haushaltskarte“ von Rewe auf Platz drei.

An Payback nehmen die Metro-Töchter Real und Kaufhof sowie Firmen wie Obi, WMF, Europcar oder der Direktbroker Cortal Consors teil. Sie zahlen eine umsatzabhängige Gebühr an Payback und erhalten dafür Zugang zu den Vorteilen eines großen Kundenbindungsprogramms: Es soll über Rabattanreize die Kauflust stimulieren und Handelspartnern zudem Informationen über das Kaufverhalten ihrer Kundschaft liefern. Man empfehle, „auf Basis dieser Daten eine Kundensegmentierung vorzunehmen und die eigene Marketingstrategie zu überprüfen“, wird Firmenchef Rittweger im Fachmagazin „Absatzwirtschaft“ zitiert. Verbraucherschützer haben deshalb mehrfach moniert, der eigentliche Geschäftszweck der Bonuskartenprogramme liege in der Gewinnung personalisierter Kundenprofile.

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