Bonussysteme Nicht ohne meine Kundenkarte

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Das versprechen sich Verbraucher von den Kundenkarten
Damit zahlen die Deutschen am liebsten
Platz 6: Sonstige, z.B. mobiles Bezahlen
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Der Umsatzanteil von Zahlungsarten wie dem Bezahlen per Smartphone lag 2015 im stationären Einzelhandel bei nur 0,6 Prozent. Auf marktreife mobile Bezahllösungen wartet der Handel noch immer. Die Voraussetzungen dafür hat er allerdings größtenteils geschaffen. So ist kontaktloses Bezahlen bereits in der Hälfte der großen Unternehmen möglich. Bis zum Jahresende wird sogar erwartet, dass er auf gut 60 Prozent steigen wird. Das hat eine aktuelle Studie des EHI Retail Institute für Handel ergeben.

Platz 5: Rechnung
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Nur an vorletzter Stelle befindet sich das Bezahlen per Rechnung auf der Beliebtheitsskala der Deutschen. Der Anteil am Umsatz des stationären Einzelhandels beträgt hier nur 2,5 Prozent.

Platz 4: Kreditkarte
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Im Dezember 2015 wurden EU-weit die InterChange-Gebühren auf 0,3 Prozent für Kredit- und 0,2 Prozent für Debitkarten gedeckelt. Die Folge ist, dass nun auch Discounter wie Aldi und Lidl und große Unternehmen anderer Branchen wie Media-Saturn flächendeckend Kreditkarten akzeptieren. Das hat zu einem Anstieg der Kreditkartenumsätze auf 22,9 Milliarden Euro geführt. Das Institut EHI geht davon aus, dass sich dieser Effekt im laufenden Jahr weiter verstärken und für Kreditkarten einen weiteren Zuwachs auf 6,2 Prozent bringen wird. Im Moment liegt der Umsatzanteil bei Zahlungen per Kreditkarte im Einzelhandel bei 5,7 Prozent.

Platz 4: Kreditkarte
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Beschwerden gibt es allerdings über neue zusätzliche Systemgebühren, die MasterCard entwickelt hat. Es wird dabei vermutet, dass so die Erleichterungen für den Handel umgangen werden. Unzufriedenheit herrscht außerdem über die unterschiedliche Gebührenbelastung für private Kunden einerseits und für die erstaunlich hohe Zahl von Business Cards andererseits, die nicht von der Regulierung erfasst wurden.

Platz 3: EC-Lastschrift
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Das EC-Lastschriftverfahren wurde eigentlich schon vielfach totgesagt. Doch 2015 stieg der Umsatzanteil um 0,8 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent. 77,7 Prozent aller großen Handelsunternehmen setzen auf das EC-Lastschriftverfahren – vor allem in Kombination mit dem Electronic-Cash/Girocard-System.

Platz 2: Girocard / EC-Cash
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Am zweitliebsten zahlen die Deutschen mit der Girokarte. 2015 lag der Umsatzanteil der Zahlung per EC-Cash im stationären Einzelhandel bei 23,2 Prozent. Von der Regulierung profitiert hat das System jedoch nicht. Zum ersten Mal seit der Einführung 1990/1991 hat es an Anteil verloren – und zwar um 0,5 Prozentpunkte. Es liegt nahe, dass die Ursache hierfür die Einführung und der Ausbau der Kreditkartenakzeptanz im Einzelhandel ist.

Platz 1: Bargeld
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Am liebsten zahlen die Deutschen noch immer mit Bargeld. Der Umsatzanteil im stationären Einzelhandel lag hier 2015 bei 52,4 Prozent. Trotzdem wird immer wieder über eine Bargeldobergrenze diskutiert. Befürworter führen vor allem ein vereinfachtes Handling an der Kasse und geringere Kosten der Geldversorgung an, insbesondere dann, wenn Ein-Cent- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden würden. Kritiker fürchten hingegen, dass viele Kunden dafür wenig Verständnis hätten - zumal Preise abgeändert und Kassen neu programmiert werden müssten.

Die meisten befragten Verbraucher besitzen mehrere Kundenkarten – bei rund 73 Prozent waren es drei oder teils auch deutlich mehr verschiedene Karten. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass sie diese Karten auch regelmäßig nutzen. Gerade mal knapp ein Drittel der Befragten gibt an, diese auch tatsächlich bei jedem möglichen Einkauf einzusetzen.

Doch was versprechen sich die Kunden von den Karten? Nach Erkenntnissen von Nielsen wollen sich die Deutschen am liebsten ihre gesammelten Punkte auszahlen lassen, fast zwei Drittel bevorzugen diese Variante. Produktdiscounts, die im europäischen Schnitt weit vorne liegen, werden nur von 52 Prozent der Deutschen unter den Favoriten genannt.

Verbraucherschützer können das nicht wirklich nachvollziehen. Bekommen Kunden doch im Schnitt gerade mal 10 Euro zurück für Käufe im Wert von 1000 Euro, das macht einen mickrigen Rabatt von einem Prozent. Im Gegenzug dafür geben sie den Händlern bereitwillig ihre wertvollen Daten weiter, was die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen durchaus kritisch sieht. „Lohnen kann sich eine Kundenkarte allenfalls in Verbindung mit Sonderaktionen, zum Beispiel mit Gutscheinen über fünf oder zehn Prozent“, rät sie.

Handelsexperten sehen die Vorteile von Bonussystemen ohnehin noch ganz woanders. „Kundenbindungsaktionen sorgen dafür, dass das Einkaufserlebnis persönlicher und individualisierter wird – und das ist bei den Verbrauchern gefragt“, beobachtet Nielsen-Geschäftsführer. So bieten zahlreiche Händler spezielle Aktionen nur für ihre treuen Kunden an oder werten auch die Daten individuell aus, um einzelnen Kunden spezielle Angebote zu machen.

Auf diese individuelle Belohnung setzen auch Shopping-Apps wie etwa Shopkick. Bei diesem System werden die Kunden schon mit Punkten belohnt, wenn sie nur das Geschäft betreten oder wenn sie am Regal bestimmte Produkte einscannen. „Die Händler haben so die Möglichkeit, die Vergünstigungen ganz gezielt auszuteilen, statt Rabatte mit der Gießkanne auszuschütten“, sagt Stefanie Lüdecke, Deutschlandchefin von Shopkick.

Ohnehin ist es nicht immer die reine Ersparnis, die die Deutschen zum Fan von Kundenkarten macht. Befragt was sein Motiv für die Nutzung der Karten ist, antwortete jeder vierte Konsument ganz ehrlich: „Der Spaß am Punktesammeln.“

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