Booking, Expedia, HRS Hotel-Schnäppchen mit Fallen

Wo lauern bei Übernachtungsportalen wie Booking oder Expedia heimliche Preisfallen? Eine Beratungsfirma hat jetzt fürs Handelsblatt ermittelt, wo es sich am günstigsten buchen lässt – und wem am ehesten zu trauen ist.
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Mit einem Mausklick eine Reise buchen. Doch Vorsicht: Auf Online-Buchungsportale lauern Fallen. Quelle: Imago
Booking, Expedia, HRS

Mit einem Mausklick eine Reise buchen. Doch Vorsicht: Auf Online-Buchungsportale lauern Fallen.

(Foto: Imago)

DüsseldorfEin Kurztrip über die Feiertage nach Paris? Ein luxuriöses Skihotel in den Alpen? Eine günstige Unterkunft für die nächste Messe? Schnäppchenjäger verlassen sich beim Stöbern nach preiswerten Übernachtungsmöglichkeiten zunehmend auf die Hilfe von Hotelportalen, die mit wenigen Klicks das – hoffentlich – gewünschte Ergebnis bringen.

Hinter den Reiseveranstalter und Reisebüros liegt ein schwieriges Jahr. Sie haben laut des Deutschen Reiseverbands durch die Verunsicherung nach Anschlägen 2016 voraussichtlich drei bis vier Prozent an Umsatz eingebüßt. Unter anderem, weil häufiger leicht erreichbare Reiseziele in Österreich und Deutschland gewählt wurden, wo der Urlaub selbst organisiert werden kann. Den stärksten Einbruch registrierte die Branche bei Türkei-Reisen. Dort sank die Zahl der deutschen Gäste den Angaben zufolge voraussichtlich um rund zwei Millionen. 2015 waren es noch 5,6 Millionen Gäste gewesen.

Fast ein Drittel aller Übernachtungen buchen Deutsche inzwischen über virtuelle Internet-Katalog – mehr als bei den Hotels direkt. Schließlich sorgen Online-Anbieter wie Booking.com, HRS oder Expedia für Preistransparenz, präsentieren die Leistungen der Hotels meist anschaulich und ermöglichen eine bequeme Zahlungsabwicklung.

Allein: Um die Vergleichbarkeit untereinander nicht allzu groß werden zu lassen, setzen die Portale selbst auf clevere Tricks. „Nur noch ein Zimmer auf unserer Seite verfügbar“, drängt Marktführer Booking gerne zum übereilten Abschluss. Versprechen wie „47 Prozent Rabatt“ sollen den Klick auf andere Portale unterbinden. Und wer zweifelt schon an der Unschlagbarkeit des Zimmerpreises, wenn der Hotelvermittler HRS ein herausgeselltes Angebot als „Hot“ empfiehlt?

Dass der Vergleich zwischen den Portalen Geld und Ärger sparen kann, hat die Vielfliegerberatung First Class & More des ehemaligen McKinsey- und Boston-Consulting-Beraters Alexander Koenig fürs Handelsblatt herausgefunden. Eine überraschende Erkenntnis dabei: Selbst Metasuchmaschinen wie Trivago, Momondo oder Kayak, die für jedes Hotel die Ergebnisse gleich mehrerer Portale präsentieren, bieten mitunter keine sichere Entscheidungshilfe.

„Nicht immer ist das günstigste Portal die beste Option“, sagt Koenig. „Manchmal lohnt es sich, ein etwas teureres Portal auszuwählen.“ Kostenfreie Stornierungen, andere Zimmerkategorien, inkludiertes Frühstück oder auch die Stabilität von Portalen würden beim Preisranking nämlich nicht berücksichtigt.

Das sind die besten Buchungsportale für Ihren Urlaub
Platz 20
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Amoma.com wirkt auf den ersten Blick sehr übersichtlich, bietet eine Supporthotline direkt auf der Startseite an, ermöglicht Gruppenreservierungen und einfache Währungsumrechnungen. Dennoch landet das Portal in der Studie auf dem letzten Platz, da es hier die teuersten Preise gibt. Das Skurrile ist: Amoma.com bietet anderswo die niedrigsten Preise. Doch neben Superschnäppchen gibt es Angebote, die dreimal so teuer sind wie die auf anderen Portalen. Die Zimmerbezeichnungen sind willkürlich und stimmen selten mit denen des Hotels überein. Hoteldetails und Bilder sind beim Schlusslicht Mangelware.

Platz 19
2 von 20

Die Suchmaske von Tui.com ist gut gestaltet. Doch der Anbieter gehört zu den teuersten der untersuchten Portale. Darüber hinaus ist nur die Nutzung der hauseigenen Tui-Kreditkarte kostenfrei. Möchte man eine andere Kreditkarte für die Bezahlung einsetzen, wird ein Aufpreis fällig. Ihn kann man nur durch die Auswahl des Lastschriftverfahrens als Zahlungsmethode umgehen.

Platz 18
3 von 20

Zu den schlechteren Portalen gehört zudem die unübersichtliche Seite von Hotelsclick.com. Viel Werbung, fehlende Filteroptionen und die altmodische Darstellung lassen keine bessere Bewertung zu.

Platz 17
4 von 20

Ähnlich sieht es auch bei Otel.com aus, das auf Platz 17 gelandet ist. Ein weiterer großer Minuspunkt hier ist, dass erst nach Eingabe der Kreditkartendaten ersichtlich wird, wieviel die Nutzung des Zahlungsmittel kostet.

Platz 16
5 von 20

Hoteltravel.com bietet keine ausreichenden Informationen zu den gewählten Hotels, zudem besteht großer Nachholbedarf bei den Such- und Filterfunktionen.

Platz 15
6 von 20

Mit Ab-in-den-urlaub.de bietet Kurz-mal-weg.de die drittbesten Preise in der Untersuchung. Dennoch reicht es nur für Platz 15. Es ist Vorsicht geboten. Das Portal gehört zur insolventen Leipziger Unister-Gruppe, die kürzlich vom tschechischen Investor Rockaway übernommen worden ist. Die Zukunft der Portale ist weiterhin ungewiss. Negative Punkte fallen belastend ins Gewicht, darunter die viele Werbung, die unübersichtliche Darstellung und die umständliche Eingabe der Reisedaten.

Platz 14
7 von 20

RoomsXXL.de hingegen landet bei den meisten Kategorien auf einem der letzten Plätze. Die gute dritte Position im Bereich „Zahlungsmittel“ rettet das Portal aber schließlich doch noch etwas nach vorne.

„Zudem versuchen manche Portale mithilfe versteckter Kostenfallen, die Nutzer abzuzocken“, warnt Koenig. Wo sich die Buchung am Ende wirklich lohnt und wo sowohl Preis als auch Qualität des Portals stimmen, hat First Class & More deshalb gründlich untersucht – und dabei die 20 beliebtesten Hotelbuchungsportale unter die Lupe genommen.

Untersucht wurden auch die Portale Ab-in-den-urlaub.de, Hotelreservierung.de und Kurz-mal-weg.de, die zur Unister-Holding gehören. Trotz der Pleite und der Übernahme durch den tschechischen Investor Rockaway Capital wurden die Gruppe einem Check unterzogen, weil viele Urlauber die Portale weiterhin nutzen. Da die Zukunft der drei Buchungs-Plattformen immer noch ungewiss ist, zeigt sich Koenig, was langfristige Reisebuchungen angeht, skeptisch.

Bewertet wurden neun Kategorien, wobei der Preis mit einer Gewichtung von 30 Prozent den Schwerpunkt bildete. 20 Hotels pickte First Class & More auf der ganzen Welt heraus, um die Preisstruktur der Hotelbuchungsportale zu untersuchen. Verglichen wurden dabei Nobelherbergen wie das Peninsula Paris oder das Raffles Praslin auf den Seychellen, aber auch günstigere Luxushotels wie das Nixe Palace Mallorca oder das Berliner Swissôtel Kurfürstendamm. Die Prüfer schauten genau hin, ob es sich bei dem angezeigten Preis tatsächlich um den Endpreis handelte oder die Nutzer am Schluss von zusätzlichen versteckten Kosten, wie etwa Steuern, überrascht wurden.

Zudem bewertete die Studie Suchangaben, Filtermöglichkeiten und die Qualität von Hotelinformationen. Hinzu kam die Anzahl der notwendigen Buchungsschritte, der Service, aber auch die Kundenbindung durch Bonusprogramme.

„Hier wird oftmals richtig abgezockt“
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  • Wir haben 2016 allein einige tausend Hotelbuchungen umgebucht - und können die ermittelte Rangfolge in keiner Weise bestätigen. 20 Hotels an einem einzigen Tag zu vergleichen ist alles andere als repräsentativ.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 
     

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