Boom der Billigflieger bringt viele Verlierer – Air Berlin wächst rasant
Deutsche Fluggesellschaften geraten stärker unter Preisdruck

Seit der epidemieartigen Ausbreitung von Billigtickets fällt allen deutschen Fluggesellschaften das Geldverdienen schwer. Marktschreier wie Ryanair-Chef Michael O’Leary prophezeien sogleich neue Pleiten am Himmel.

DÜSSELDORF. Wer war noch mal Aero Lloyd? Die Pleite des Ferienfliegers im Oktober 2003 ist schnell in Vergessenheit geraten, ihr Marktanteil unter verbliebenen und neuen Anbietern längst aufgesplittet. Weitere Airlines hat es bisher nicht erwischt, gleichwohl sich in der Branche viele defizitäre Unternehmen versammeln und Marktschreier wie Ryanair-Chef Michael O’Leary neue Pleiten am Himmel prophezeien: „Sie werden alle weiter Geld verlieren. Und irgendwann sind sie weg“, sagte O’ Leary der „Zeit“.

In der Tat fällt seit der epidemieartigen Ausbreitung von Billigtickets allen Anbietern das Geldverdienen schwer. Die Ergebnisse vieler deutscher Airlines sehen entsprechend ungesund aus: Condor hat für das abgelaufene Geschäftsjahr Verluste von 100 Mill. Euro gebeichtet. Die Lufthansa profitiert derzeit von ihrem ertragreichen und wachsenden Langstreckengeschäft, übertüncht damit aber nur die schwierige Situation im Europaverkehr. Auch die LTU forciert die von Billig-Airlines noch nicht infizierten Langstrecken, schreibt aber wie Hapag-Lloyd-Express und DBA noch rote Zahlen. Konkurrent Germanwings hat nach Anlaufverlusten von 13 Mill. Euro immerhin eine „schwarze Null“ für 2004 in Aussicht gestellt. Einzig Air Berlin erwartet laut Firmenchef Joachim Hunold einen ordentlichen Gewinn.

Ein Trend ist deutlich auszumachen: Mit ihren Preisattacken verdrängen Air Berlin & Co. zusehends die klassischen Chartergesellschaften aus großen Ferienzielen wie Mallorca und bringen damit die gesamte Industrie durcheinander. Wegen des immensen Preisdrucks haben inzwischen selbst die Airlines der großen Reisekonzerne, Condor (Thomas Cook) und Hapag-Lloyd Flug (Tui), ihre Untergrenze auf 29 Euro für den einfachen Flug gesenkt. „Die Handschuhe sind ausgezogen, jetzt wird mit den Fäusten gekämpft“, sagt Dieter Schneiderbauer, Unternehmensberater bei Mercer Management.

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