Boomender Markt
Einzelhandel rechnet mit Umsatzplus

Der Einzelhandel boomt und steht glänzend da, vor allem dank großartiger Geschäfte der Internethändler. Doch die haben ihre Schattenseiten: Geschäftein den Städten klagen über immer weniger Kunden.
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DüsseldorfDer Einzelhandel in Deutschland rechnet 2014 dank des boomenden Online-Handels weiter mit steigenden Umsätzen. Der Branchenverband HDE bekräftigte am Mittwoch in Düsseldorf seine Prognose einer Umsatzsteigerung von 1,5 Prozent. „Bei einem guten Weihnachtsgeschäft kann unsere Prognose aber auch übertroffen werden“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Getragen werden die Wachstumshoffnungen der Branche mit über drei Millionen Beschäftigten vor allem vom Online-Handel, von dem aber auch stationäre Händler mit eigenen Internet-Shops profitierten, erklärte der HDE. Der Boom berge aber auch eine Gefahr für die Branche: Viele Händler in Innenstädten berichteten über rückläufige Besuche von Kunden. Gelinge es nicht, die Stadtzentren attraktiver für die Verbraucher zu machen, drohten bis 2020 „rund 50.000 Standorte vom Markt zu verschwinden“.

Die Rahmenbedingungen für gute Geschäfte im Einzelhandel sind dem HDE zufolge weiter gut: Die Beschäftigung sei gestiegen, die Löhne legten zu, die Inflation sei niedrig und günstige Zinsen für Kredite trieben den Konsum. Das Umsatzvolumen der Einzelhändler werde damit 2014 voraussichtlich rund 456,8 Milliarden Euro betragen. Im zweiten Halbjahr sei indes eine leichte Verlangsamung des Wachstumstempos möglich - deshalb habe der Verband seine Prognose auch nicht in die Höhe geschraubt. In den ersten sechs Monaten hatten die Einzelhändler ein Umsatzplus von nominal 2,4 Prozent eingefahren.

Doch der Trend zum Online-Handel hat auch Schattenseiten. „Die klassische Innenstadt gerät unter Druck“, räumte Genth ein, es drohe ein „schleichender Bedeutungsverlust“. Aber auch kleinere Geschäfte im ländlichen Raum seien bedroht.

Der HDE appellierte an die Kommunen, Innenstädte attraktiver zu machen. Eine gute Erreichbarkeit auch mit Bussen und Bahnen spiele eine wichtige Rolle, um die Verbraucher anzulocken. Zugleich haben aber auch viele traditionelle Händler das Internet noch nicht für sich entdeckt. Nur rund 30 Prozent der Händler nutzten eigene Internet-Shops oder Online-Marktplätze wie Ebay oder Amazon.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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