Branche erwartet einen Zuwachs von bis zu drei Prozent in diesem Jahr: Geschäft der Unternehmensberater gewinnt allmählich an Fahrt

Branche erwartet einen Zuwachs von bis zu drei Prozent in diesem Jahr
Geschäft der Unternehmensberater gewinnt allmählich an Fahrt

Der Branche der Unternehmensberater erholt sich nach Jahren der Umsatzrückgänge und Stagnation wieder. Einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Bundesverbandes der Unternehmensberater (BDU) zufolge ist der Umsatz der Branche im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 12,34 Mrd. Euro gestiegen.

tel DÜSSELDORF. „Wir verspüren bei unseren Klienten wieder eine vorsichtige Investitionsbereitschaft“, sagte BDU-Präsident Rémi Redley. Für das laufende Jahr sind die Beratungsunternehmen wieder ganz zuversichtlich. Sie rechnen mit einem Zuwachs von drei Prozent und wollen auch in dieser Größenordnung neue Berater einstellen. Der Markt ist aber sehr fragmentiert: Insgesamt arbeiten in Deutschland 67 300 Consultants in rund 14 300 Beratungsunternehmen.

Von der leichten Markterholung profitierten die Anbieter allerdings sehr unterschiedlich, merkt Redley an. Nach der repräsentativen Branchenbefragung sind vor allem die mittelgroßen Beratungsunternehmen gewachsen, die zwischen 0,5 und 20 Mill. Euro Jahresumsatz erzielen. Sie legten im vergangenen Jahr im Schnitt 2,9 Prozent zu. Redley führt das vor allem auf den hohen Anteil an Spezialisten in diesem Markt zurück.

Die 40 größten Anbieter im Markt legten in der Summe dagegen nur 0,2 Prozent zu. Und auch hier ist die Entwicklung sehr unterschiedlich: Während Marktführer McKinsey von einem Umsatzminus von rund 8,5 Prozent auf 540 Mill Euro berichtete, rechnet der Marktzweite Roland Berger Strategy Consultants nach den Worten von Chef Burkhard Schwenker damit, den Umsatz etwa auf Vorjahresniveau (530 Mill. Euro) halten zu können. Roland Berger hatte insbesondere in der ersten Jahreshälfte nach der Diskussion um Beratungsmandate unter anderem bei der Bundesagentur für Arbeit Umsatz eingebüßt, was in der zweiten Jahreshälfte nach den Worten Schwenkers aber wieder ausgeglichen werden konnte.

Der Marktdritte schließlich, die Boston Consulting Group, hat jüngst einen Umsatzzuwachs im Inland von fünf Prozent auf 246 Mill. Euro gemeldet. Dass die Top-Anbieter in Summe stagnieren, führt BDU-Vize-Präsident Antonio Schnieder unter anderem darauf zurück, dass die 2003 begonnenen Restrukturierungen der Beratungshäuser zum Teil erst 2004 Wirkung gezeigt hätten. Zum anderen sei die Nachfrage aus dem IT-Bereich, an der die großen Anbieter traditionell einen höheren Anteil haben, 2004 um 1,5 Prozent gesunken.

Nachdem die Kunden im Jahr 2003 deutlich weniger Strategieprojekte vergeben haben, ist dieser Bereich im vergangenen Jahr wieder um drei Prozent gewachsen. Die Organisationsberatung, die sich mit den Prozessen in Unternehmen beschäftigt, legte 1,5 Prozent zu.

Nach Branchen betrachtet machen Deutschlands Unternehmensberater knapp ein Drittel ihres Umsatzes mit dem verarbeitenden Gewerbe, das im Vergleich zum Vorjahr auch noch an Bedeutung gewann. Wachsende Nachfrage kam zudem aus den Branchen Telekommunikation, Medien, Finanzdienstleistungen sowie Gesundheit.

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