Branche gespalten: Reisebüros machen Front gegen Lufthansa

Branche gespalten
Reisebüros machen Front gegen Lufthansa

Die geplante Streichung der Lufthansa-Provisionszahlungen für den Flugticket-Verkauf bringt die Reisebüros auf die Palme. Bei einer derart existenzbedrohenden Situation seien sogar Boykottmaßnahmen vorstellbar.

HB HANNOVER. Der Präsident des Deutschen Reisebüro-Verbandes (DRV), Klaus Laepple, forderte die Fluggesellschaft am Mittwoch auf, ihre bisher kompromisslose Haltung aufzugeben und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen.

Nach seiner Einschätzung seien angesichts des weit verbreiteten Unmuts und der Existenzsorgen vieler Reisebüros auch Protestaktionen bis hin zu vorübergehenden Boykottmaßnahmen von Lufthansa oder Lufthansa-Beteiligungen wie dem Touristikkonzern Thomas Cook nicht auszuschließen.

„Lufthansa hat die Tür für vernünftige Gespräche zugeschlagen“, sagte Laepple. „Es wäre sehr bedauerlich, wenn sich Lufthansa tatsächlich nicht mehr bewegen sollte.“ Kommenden Mittwoch kommen die Vertreter der Reisebüros in Frankfurt zusammen, um ihr Vorgehen gegenüber Lufthansa zu beraten. Die Stimmung bei den Reisebüros gegenüber Lufthansa sei auf dem Tiefpunkt.

„Wir als Verband können und werden nicht zu einem Boykott oder Ähnlichem aufrufen“, sagte Laepple. „Doch ich kann entsprechenden Resolutionen auf der Tagung kommende Woche weder ausschließen noch verhindern.“ In der Reisebürobranche kursieren Rundbriefe, in denen vorgeschlagen wird, Kunden vermehrt Alternativen zu Lufthansa oder auch Cook-Veranstaltern wie Neckermann vorzuschlagen. Auch wenn nur fünf Prozent des Ticketumsatzes vorübergehend wegbreche, treffe das Lufthansa empfindlich.

Reisebüro-Branche gespalten

Laepple räumte ein, dass die Meinungen unter den in Deutschland betroffenen 4600 vom internationalen Luftfahrtverband IATA zum Ticketverkauf zugelassenen Büros und Agenturen überaus geteilt sind. Bislang hätten mehrere große Ketten aus dem Geschäftsreisebereich schon die neuen Lufthansa-Verträge unterschrieben, darunter American Express oder die Tui-Tochter TQ3. Dort herrschten aber ohnehin andere Bedingungen als in normalen Reisebüros.

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